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Mitsubishi muss Schadenersatz an Ex-Zwangsarbeiter zahlen

Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats hat der Oberste Gerichtshof in Südkorea ein japanisches Unternehmen angewiesen, Schadenersatz an ehemalige koreanische Zwangsarbeiter zu zahlen.

Mitsubishi muss Schadenersatz an Ex-Zwangsarbeiter zahlen

 Mitsubishi muss Schadenersatz an Ex-Zwangsarbeiter zahlen 

Seoul (dpa) - Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats hat der Oberste Gerichtshof in Südkorea ein japanisches Unternehmen angewiesen, Schadenersatz an ehemalige koreanische Zwangsarbeiter zu zahlen. Das Gericht bestätigte nach Berichten südkoreanischer Sender am Donnerstag die Urteile eines Berufungsgerichts, wonach der Schwerindustriekonzern Mitsubishi Heavy Industries jeweils mehrere Zehntausend Euro Schmerzensgeld und unbezahlte Löhne für 28 ehemalige Zwangsarbeiter zahlen soll. Im Fall eines inzwischen gestorbenen Opfers soll das Geld an Hinterbliebene gehen. Es ging um zwei getrennte Verfahren gegen Mitsubishi. 

Während der japanischen Kolonialherrschaft (1910-45) über Korea und des Zweiten Weltkriegs hatten japanische Unternehmen nach Schätzungen Hunderttausende Koreaner in Japan zur Arbeit gezwungen.

Das Oberste Gericht wies erneut das Argument der Unternehmen und der japanischen Regierung zurück, mit dem Normalisierungsvertrag  von 1965 zwischen beiden Ländern seien auch die Schadenersatzansprüche früherer Zwangsarbeiter abgegolten. Der japanische Außenminister Taro Kono bezeichnete laut der Nachrichtenagentur Kyodo die Urteile als «extrem bedauerlich».

Die Entscheidungen folgten einem ähnlichen Urteil des Obersten Gerichts vom 30. Oktober, wonach der Stahlhersteller Nippon Steel & Sumitomo Metal an vier Koreaner ebenfalls Schadenersatz für die Zwangsarbeit zahlen muss.

Am Donnerstag wurde Mitsubishi den Berichten zufolge angewiesen, für vier ältere Frauen und eine Hinterbliebene eines Zwangsarbeitsopfers bis zu 150 Millionen Won (118 000 Euro) zu zahlen. Die Frauen hatten 1944 bis 1945 in den Fabriken des Unternehmens gearbeitet. Im zweiten Verfahren soll der Konzern 80 Millionen Won an 23 Kläger zahlen. 



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