Soros-Stiftung bestätigt Schließung ihres Büros in Budapest

US-Milliardär George Soros wird neues Büro seiner Stiftung in Berlin eröffnen.

Soros-Stiftung bestätigt Schließung ihres Büros in Budapest

 

New York/Budapest (dpa) - Nach Anfeindungen der ungarischen Regierung schließt der US-Milliardär George Soros das Büro seiner Stiftung in Budapest und eröffnet ein neues in Berlin. «Konfrontiert mit einem zunehmend repressiven politischen und juristischen Umfeld in Ungarn, verlegt die Open-Society-Stiftung (OSF) ihre Budapester Aktivitäten und ihr Personal in die deutsche Hauptstadt Berlin», hieß es in einer Mitteilung der Organisation, die am Dienstag an ihrem Hauptsitz in New York veröffentlicht wurde.

Die Stiftung bestätigte damit gleichlautende Medienberichte vom Ende des Vormonats. In diesen hatte es geheißen, dass das OSF-Büro in Budapest mit rund 100 Mitarbeitern am 31. August dichtmachen würde. Die Mitteilung vom Dienstag enthielt kein konkretes Datum. 

Soros, ein in Ungarn geborener Holocaust-Überlebender, und seine Stiftung stehen seit längerer Zeit im Zentrum von Angriffen der Regierung des rechtsnationalen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Dieser beschuldigt Soros, die Migration nach Europa zu organisieren. Beweise legte er keine vor.

Nach dem Wahlsieg von Orbans Fidesz-Partei bei der Parlamentswahl am 8. April verschärften sich die Angriffe. Das neue Parlament soll bereits im Juni Gesetze billigen, die Zivilorganisationen in die Illegalität drängen könnten. Etliche dieser Organisationen werden von der OSF unterstützt.

Die Stiftung ist seit 1984 in Ungarn tätig. Sie fördert Initiativen und Organisationen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen, und wissenschaftliche Forschungen. In Ungarn wandte sie dafür bisher 400 Millionen US-Dollar (324,8 Millionen Euro) auf. In ihren frühen Jahren erhielt auch die Fidesz-Partei erhebliche Unterstützung von der Stiftung.


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