Russische Politiker kritisieren INF-Austritt als gefährlich

«Wir verurteilen diese ständigen Erpressungsversuche der USA»

Russische Politiker kritisieren INF-Austritt als gefährlich

 

Moskau (dpa) - Ranghohe russische Politiker haben den angekündigten Ausstieg der USA aus dem INF-Vertrag als gefährlichen Alleingang kritisiert. «Wir verurteilen diese ständigen Erpressungsversuche der USA», sagte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der Agentur Tass am Sonntag. Damit wolle man von Russland nur Zugeständnisse abverlangen. «Die Unfähigkeit und die Abneigung mit uns auf vernünftiger Grundlage zu verhandeln, drängt Washington nun zu dem Schritt.» Dies Vorgehen müsse eine ernsthafte Verurteilung der internationalen Gemeinschaft nach sich ziehen, sagte Rjabkow.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, aus dem wichtigen Abrüstungsvertrag mit Russlandauszusteigen. Er warf Moskau vor, gegen den INF-Vertrag verstoßen zu haben, der beiden Ländern unter anderem den Bau und den Besitz landgestützter, atomar bewaffneter Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern untersagt. Das bilaterale Abkommen war 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion geschlossen worden.

Der Außenpolitiker Konstantin Kossatschow betonte, ein einseitiger Ausstieg würde alle Abrüstungsbemühungen zunichte machen. «Der Menschheit droht ein totales Chaos im Bereich der Atomwaffen», schrieb der Vorsitzende des Außenausschusses im Föderationsrat auf Facebook.

Es gebe auch keine Beweise, dass Moskau gegen die Vereinbarungen verstoßen habe, betonte Leonid Sluzki, der Vorsitzende des Außenausschusses im russischen Parlament. «Das ganze dient lediglich dazu, das eigene Vorgehen zu rechtfertigen.»


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