Südkoreas Ex-Präsidentin verzichtet auf Berufung

Die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye will nach Medienberichten ihre Verurteilung zu 24 Jahren Haft wegen Korruption nicht vor Gericht anfechten.

Südkoreas Ex-Präsidentin verzichtet auf Berufung

Seoul (dpa) - Die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye will nach Medienberichten ihre Verurteilung zu 24 Jahren Haft wegen Korruption nicht vor Gericht anfechten. Park habe beim Seouler Bezirksgericht einen Rechtsmittelverzicht eingereicht, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Montag. Einen Berufungsprozess werde es dennoch geben, da die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil erster Instanz Rechtsmittel eingelegt habe. 

Die 66-jährige Park war am 6. April in 16 von 18 Anklagepunkten  einschließlich Machtmissbrauchs, Bestechlichkeit und Nötigung für schuldig befunden worden. Die Staatsanwaltschaft hatte eine 30 Jahre lange Haft für die konservative Politikerin gefordert. 

Mit der Verzichtserklärung macht Park nach Angaben von Yonhap deutlich, dass sie auch die Berufungsinstanz boykottieren werde. Park war dem Prozess seit Oktober ferngeblieben. Park, die die Vorwürfe zurückgewiesen hatte, reagierte damit gegen die Entscheidung eines Gerichts, ihre Untersuchungshaft bis zur Urteilsverkündung zu verlängern. 

Als Folge eines Korruptionsskandals war Park im März des vergangenen Jahres als erstes demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt des Landes vom Verfassungsgericht vorzeitig des Amtes enthoben worden. Eine Schlüsselfigur in dem Skandal war die ehemalige Park-Vertraute Choi Soon Sil. Die Tochter eines Sektenführers wurde im Februar zu 20 Jahren Haft verurteilt. Park wurde unter anderem vorgeworfen, ihrer Freundin die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben, obwohl diese kein öffentliches Amt innehatte. 



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