• Video-Galerie

Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-46)

Die US-Sanktionen gegen den Iran.

Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-46)

Eine Bewertung von Dr. Cemil Doğaç Ipek, Lehrkraft an der Karatekin Universität.

Die vor kurzer Zeit gegen den Iran in Kraft getretenen US-Sanktionen werden Länder aus verschiedenen Perspektiven beeinflussen, die Handelsbeziehungen mit dem Iran haben. Heute wollen wir die Sanktionen gegen den Iran sowie deren Einflüsse auf die türkische Außenpolitik analysieren.

Die zweite Phase des US-Embargos gegen den Iran ist am 5. November in Kraft getreten. Die Sanktionen konzentrieren sich auf die Einschränkung des Handels von Erdöl und Erdgas, Häfen, des Schiffverkehrs, Versicherungswesen, internationales Bankenwesens, auf die staatlichen und privaten Erdölunternehmen.

Nach den Zahlen von „Facts Global Energy“ war der iranische Erdölexport seit April bereits zurückgegangen. Mit der Einführung der Sanktionen ging die tägliche Fördermenge von 3 Millionen auf 2 Million Barrel zurück. Vorgesehen ist ein täglicher Rückgang der Fördermenge auf eine Million Barrel. Die Exportsumme für November und Dezember ist als 1,3 bis 1,4 Millionen Barrel vorgesehen. Mitte 2019 soll es auf etwa eine Million Barrel sinken.

Um den Einfluss der Sanktionen gegen den Iran auf das Minimum zu reduzieren wollen die Erdöl fördernden Staaten OPEC ihre täglichen Fördermengen erhöhen. Damit soll die durch die Sanktionen gegen den Iran gesunkene Fördermenge ausgeglichen werden. Nach einem kurzfristigen Preisanstieg auf den internationalen Erdölmärkten werden die Preise möglicherweise ausgeglichen werden. Die  Erdölpreise werden möglicherweise zwischen 75 und 85 US Dollar liegen.

Anhand der Daten ist zu verstehen, dass die Fördermengen erhöht werden. Laut einem Bericht der Internationalen Energie Agentur IAEA hat OPEC die tägliche Fördermenge um 100tausend Barrel auf 32 Millionen 780tausend Barrel pro Tag erhöht, was den höchsten Stand der letzten 12 Monate ausmacht. Unter den OPEC-Staaten wurde im August das meiste Öl von Saudi Arabien gefördert.  Die tägliche Fördermenge wurde um 100tausend Barrel auf 10 Millionen 520tausend Fässer ausgebaut.

Das von den USA eingeführte Embargo zielt nicht auf den Iran, sondern auch auf Länder, die Handel mit dem Iran betreiben. Von diesen Sanktionen wurden einige Länder vorübergehend ausgenommen darunter auch die Türkei. Auf der anderen Seite hat die Trump-Administration den Iran so stark unter wirtschaftlichen Druck gesetzt. 

Lassen sie einen Rückblick machen. Wir erinnern uns daran, dass Trump sich bei den Wahlkampagnen der US-Präsidentschaftswahlen gegen den in 2015 unterzeichneten Atomabkommen mit dem Iran geäußert hat. Bei einer möglichen Wahl zum Präsidenten hatte er den Austritt aus dem Abkommen angekündigt, Er betrachtete dieses Abkommen als einen Betrug. Im vergangenen Mai hielt Trump sein Versprechen ein und die USA waren einseitig aus dem Abkommen aus. Die US-Administration ging davon aus, dass dieses Abkommen den Iran nicht an der Entwicklung von Atomwaffen hindern werde. Ein weiterer Grund war der Eingriff des Iran in Syrien sowie die Unterstützung von terroristischen Gruppen wie die Hisbollah.

Trump beabsichtigt mit den Sanktionen, dass der Iran auf die Entwicklung von Atomwaffen und anderen Politiken verzichtet. Durch die Sanktionen will Washington das iranische Volk dazu führen, damit es Druck auf das iranische Regime ausübt, das Regime gestürzt wird oder dazu gezwungen wird, seine Politiken zu ändern.

Im Prinzip stellt sich die Türkei gegen die Sanktionen gegen den Iran, weil sie einseitig sind. Denn die Türkei ist der zweitgrößte Erdgasabnehmer des Iran. Die Türkei führt jährlich etwa 9,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus dem Iran ein. Gemäß dem Vertrag zwischen der Türkei und dem Iran verpflichtet sich die Türkei für die Fortsetzung des Handels. Die Türkei deckt den Großteil ihres Erdöls aus dem Iran. Es wird vermutet, dass die Türkei ihren Erdölbedarf aus dem Iran, aus anderen ändern decken wird. Außerdem kann die Türkei in naher Zukunft sich dafür entscheiden, bei den Handelsbeziehungen mit dem Iran nationale Währungen zu verwenden. Zudem kann die Türkei mit Sparmaßnahmen den Konsum von Erdöl und Erdölprodukten senken und Angebot und Nachfrage ausgleichen.

Wenn wir von den Erfahrungen aus der Vergangenheit vorgehen, sehen wir, dass Embargos keine Wechsel bei autokratischen Regimen verursacht haben. Der Einsatz von Embargos bei internationalen Beziehungen reicht weit zurück in die Geschichte. Aber Sanktionen, können selten erfolgreich werden, um die erwünschte politische Änderung zu gewährleisten. In der Literatur der Politikwissenschaften, internationale Beziehung und der Finanzen ist zu beobachten, dass Sanktionen, zur Senkung beim Handelsvolumen und der wirtschaftlichen Produktivität führen.

Es gibt auch Beispiele darüber, dass sich Gesellschaften mit ihren Staats- und Regierungschefs vereint haben und gegen Staaten vorgegangen sind, die Sanktionen eingeleitet haben. Darunter leidet am meisten die Bevölkerung des jeweiligen Landes, das Sanktionen ausgesetzt ist. Ein weiteres Resultat von solchen Sanktionen ist es, dass sie Radikalisierung fördern. Ähnliche Ergebnisse kann es auch im Iran geben. Es ist auch möglich, dass der Iran hart auf diese Sanktionen reagiert und Spannungen auf der internationalen Plattform auslöst. Wirtschaftlich betrachtet kann eine unvorhersehbare Entwicklung auf dem internationalen Erdölmarkt die Inflation i die Höhe treiben oder Stagnation auslösen.



Nachrichten zum Thema