Globale Perspektive (2018-41)

Universelle Pinzipien der Bildung-2

Globale Perspektive (2018-41)

Vor einigen Wochen hatten wir darauf hingewiesen, dass Bildung ein globales Phänomen ist und sowohl schlechte als auch gute Bildung ansteckend ist sowie die Bildung in einem anderen Land auch uns direkt beeinflusst. Wir hatten zudem auf die Notwendigkeit von universellen Prinzipien in der Bildung aufmerksam gemacht. Nach einer kurzen Zusammenfassung über die internationale Bildung hatten wir als Prinzipien die Verleihung eines Gerechtigkeitsbewusstseins sowie die Förderung des positiven Denkens durch die Bildung genannt.

Eine diesbezüglich Bewertung von Prof. Dr. Kudret Bülbül, dem Dekan der Fakultät für Politikwissenschaften an der Yıldırım Beyazit Universität in Ankara.

3. Eine Bildung, die Individuen mit allgemeinen Ethikregeln erzieht

Ein gesellschaftliches Leben ist möglich, wenn die Menschen prinzipielles Verhalten und die allgemeinen Ethikregeln akzeptieren. Diese Prinzipien der Individuen machen das Leben Lebenswert. Wir nehmen an, dass andere nicht stehlen, angreifen, schlecht behandeln, lügen. Nehmen wir mal an, dass wir eines Morgens das Haus verlassen, das es die genannten Dinge gibt. Können wir unsere Wohnung überhaupt verlassen? Wie können wir, ohne sicher zu sein, dass die erste Person der wir begegnen, uns angreift?  Wenn wir in ständiger Angst sind, dass uns die Menschen berauben? Wenn jeder jeden schlecht behandelt? Oder wenn Menschen darauf bedacht sind, ihren Lebensunterhalt nicht mit Arbeit, sondern auf anderen Wegen zu verdienen?

Die Beispiele können vermehrt werden. Ist in solch einer brutalen Umgebung ein gesellschaftliches Leben möglich?

Eines der vorrangigen Ziele der Bildung muss die Erziehung von Individuen sein, die im Rahmen der Kultur ihrer Gesellschaft, in der sie Leben, die allgemeinen Ethikregeln erlernen.   

4. Eine Bildung, die Arbeit lehrt und zwei Tage nicht gleich sind

Die folgenden Prinzipien befassen sich mehr mit dem Inhalt und der Methode der Bildung. Die bereits erwähnten drei Prinzipien sind die Grundwerte, die auf jede Art von Bildung und auf jede Phase der Bildung aufgebaut werden müssen. Eine Bildung, die sich nicht auf diese Bildung stützt und die diese Werte nicht beinhalten, könnte die Menschheit eine sehr große Bedrohung darstellen.  Für die Menschheit katastrophale Weltkriege, Terroranschläge, immer höher werdende Sicherheitsmauern, Erfindungen, die zur Vernichtung von anderen Menschen führen, sind Sachen, die nicht von Menschen ohne Bildung, sondern Menschen mit qualitativer Bildung verursacht werden können.

Jeden Tag aufs Neue Arbeiten ist für uns selbst, unsere Umgebung und die Menschheit ein sehr nützliches Bestreben. Ein Lebensstil als Schmarotzer, Faullenzer und auf der Last anderer führt zur Zersetzung einer Gesellschaft. In diesem Rahmen muss Bildung alle Berufe als Heilig betrachten, die Arbeit in allen Berufen fördern und lehren, dass allein schon Arbeiten selbst ein großer Wert ist.

5.Eine nach dem Potential der Menschen vervielfältigte pluralistische Bildung

Mit dem modernen, zentralistischen Staat hat sich weltweit die Massenbildungsmethode verbreitet, die für jeden angewendet wurde. Diese Massenbildung hat dazu beigetragen, dass Bildung für jeden erreichbar wurde. Aber gleichzeitig hat diese Methode dazu geführt, dass die Vielfältigkeit aufgehoben und die Menschen in einem Typ vereinheitlicht wurden. Dabei ist jeder Mensch ein anderes Individuum und jeder Menschen eine eigene Welt. Bildung darf nicht zum Ziel haben, allen das Gleiche zu geben, sondern das Potential des Einzelnen zu entdecken und aus dem entdeckten Potential zu individuellen und gesellschaftlichen Nutzen zu erzielen.

6. Eine Bildung mitten im Leben

In der traditionellen Bildungsmethode wurde in der Lehrling-Meister-Beziehung das Individuum persönlich bei der Arbeit ausgebildet. Heute sind Bildung und Bildungsanstalten professionell. Als eine Folge der Professionalität haben die die Bildungsanstalten teilweise vom Alltagsleben entfernt und die Bildung ist vielmehr mit der Theorie beschränkt.    

Diesbezüglich gibt es auch starke Einwände wie zum Beispiel mit der Aussage von Albert Einstein: „Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man all das, was man in der Schule gelernt hat, vergisst.“ Wenn es das Ziel der Bildung ist, die Person auf das Leben vorzubereiten, darf die Bildung nicht mit der Schulbank beschränkt werden. Die Bildungsanstalten und die Bildung selbst müssen mit Nichtregierungsorganisationen, Privatsektor, Akademien und der Bürokratie, dem Leben nach der Bildung in Verbindung stehen.

7. Eine Bildung, die nicht auswendig lernen, sondern das Denken, Hinterfragen und Entdecken fördert

Bildung ist eigentlich ein Bestreben für die Zukunft und nicht für die Vergangenheit oder die Gegenwart. Natürlich müssen auch die Gegenwart und die Vergangenheit gelehrt werden. Aber das muss dazu diesen, um die Zukunft besser zu verstehen und neue Dinge zu produzieren. Aber nicht um in der Vergangenheit stecken zu bleichen. Eine Bildung, zu das auswendig lernen und das Wiederholen des Gegenwärtigen anstatt das Denken und Hinterfragen zu Ziel hat, kann uns nicht in die Zukunft führen. Menschen können ihr Potential nur durch Denken, Fragen und Hinterfragen entdecken. Bildung muss die Grundlage dazu schaffen, dass der Mensch sich entdeckt.   

Als ein anderes Prinzip können wir von einer Bildung reden, die von der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor und nicht von öffentlichen Behörden und zentralistischen Staat koordiniert und kontrolliert wird. Oder wir können diese Bildungsmethode separat erörtern. Das sollten wir in einer anderen Folge tun. Zweifelsohne können diese Prinzipien noch vermehrt werden.

Natürlich ist es wichtig, gut ausbildet und akademisch gut ausgestattet zu sein. Es ist ungewiss, wohin eine Ausstattung ohne die genannten Prinzipien die Menschen und Gesellschaft führen würde. Ohne diese Prinzipien im Bildungsprozess könnten durch Bildung Frankensteine geschaffen werden. Menschen, die Schulfreunde mit automatischen Waffen töten, in Nahrungsmittel Gift hineintun, Stecknadeln in nahrungsmittelstecken oder die Menschheit von einer Katastrophe in die andere hineinziehen, nicht ungebildet. Diese Menschen sind meistens ausgestattet, aber prinziplos, die nicht das Bedürfnis haben, ihre Ausstattung zum Nutzen der Menschheit einzusetzen.

In der Bildung ist es wichtig was wir lehren, vielleicht ist es aber noch wichtiger, was wir aus welchem Grund lehren.  

   Das war eine Bewertung von Prof. Dr. Kudret BÜLBÜL, dem Dekan der Fakultät für Politikwissenschaften an der Yıldırım Beyazıt Universität Ankara.



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