Globale Perspektive (2018-39)

Universelle Pinzipien der Bildung-1

Globale Perspektive (2018-39)

           Die Menschen teilen sich das Universum. Es gibt viele Gemeinsamkeiten mit den Menschen, mit denen wir in derselben Zeitspanne zur Welt gekommen sind, obwohl wir ganz unterschiedliche Lebensweisen haben.  Wenn wir mit einer globalen Katastrophe konfrontiert werden, agieren wir gemeinsam ungeachtet davon, welcher, Religion, Sprache oder Rasse wir angehören. In der gleichen Epoche geboren zu sein, zwingt uns dazu mit Menschen in nahe oder ferner Geographie gegenseitig Informationen, Kulturen oder Lebensweisen auszutauschen. Diese Wechselwirkung lässt einem die Frage in den Sinn kommen, ob wir von unseren in den vorherigen Jahrhunderten zur Welt gekommenen Ahnen oder von unseren Zeitgenossen beeinflusst werden.

Eine diesbezügliche Bewertung von Prof. Dr. Kudret BÜLBÜL, dem Dekan der Fakultät für Politikwissenschaften an der Yıldırım Beyazıt Universität zu Ankara.

Ich möchte zur Bildung kommen. Nicht nur die Menschen in unserem Land, sondern auch die Menschen in weiter Ferne haben das Potenzial unser Leben zu verändern.  Ein schlecht ausgebildeter Mensch kann sich zu einem Selbstmordattentäter verwandeln und sie vom Leben reißen. Eine Erfindung eines gut ausgebildeten Menschen, den sie gar nicht kennen,  kann ihr Leben vereinfachen und sie an das Leben verbinden. Daher ist Bildung ein globaler Begriff. Sie ist sehr wichtig für alle Länder und ist ansteckend.

Eine gute oder schlechte Bildung kann andere Länder unmittelbar positiv oder negativ beeinflussen.

Wo stehen wir bezüglich der Bildung auf globaler Ebene?

Zweifelsohne gibt es Bereiche, in denen wir sehr gut sind. Doch möchte ich in meinen Artikel auf die hinkenden Seiten aufmerksam machen. Wenn wir unseren Blick auf den Westen richten, verwandeln sich die Schulen in den USA zunehmend zu Kasernen, wo es doppelt so viele Amoklaufs als auf der restlichen Welt gibt. Die kleinen Kinder und die Jugendlichen tötenden Menschen sind überwiegend die  Schulkameraden. Sexualität im Kindesalter, in sehr jungen Jahren Alkohol-, Spiel-, und Drogensucht, zu Brüche gehenden Familienbanden, Straßenkinder oder nicht einmal während der Feste in den Sinn kommenden Erwachsene. Im Osten ist es nicht anders. Wenn auch die Kriminalitätsrate nicht so hoch wie im Westen ist, herrschen Bildungssysteme, die die Kinder nicht zum Leben vorbereiten und größten Teil zum Auswendiglernen zwingen. In der islamischen Welt ist wie Alija Izzetbegovic darauf hingewiesen hat, das größte Problem neben der Distanz zueinander die Bildung. Wenn die gute oder schlechte Bildung in einem Land die Eigenschaft hat, alle Länder zu beeinträchtigen, sollten wir zur welchen Sprache, Religion, Ideologie, Rasse oder Farbe wir auch angehören, auf einen gemeinsamen Nenner im Zusammenhang mit dem zu erwartenden menschlichen Profil  kommen. Ansonsten ist die ganze Menschheit in Gefahr. Für eine noch bessere Welt sollte die Bildung universelle Prinzipien haben. Die Suche nach diesen Prinzipien kann damit beginnen, indem wir den Zweck der Bildung hinterfragen. Die Bildung sollte den Menschen für das Leben wappnen. Was für eine Bildung wir fordern hängt unmittelbar damit zusammen, wie wir das Leben sehen und was für eine Lebensphilosophie wir haben. Unsere Bildungsphilosophie ist eine Fortsetzung unserer Lebensphilosophie.

Wenn wir uns nach einer Welt sehnen, in der es keine Ungerechtigkeiten, weniger Kriminalität gibt, die Unterschiede respektiert werden und die Menschen tugendhafter sind, sollte die Bildung in der Eigenschaft sein, diese Ziele zu gewährleisten. Bildung gibt es nicht nur auf der Schule oder es gibt nicht nur die moderne Bildung. Daher ist die Schule nicht der einzige Ort, wo wir das genannte Ziel verwirklichen können. Sie ist lediglich eins der Mittel. Wenn wir gemeinsame Sorgen im Zusammenhang mit dem Leben haben und das oben genannte Ziel teilen, kann die Menschheit die universellen Prinzipien der Bildung haben, die im Interesse von allen sind.

  1. Eine Bildung, die Rechtsbewusstsein verleiht

In welcher Epoche wir auch Leben (traditionell, modern, postmodern oder eine Epoche in der Zukunft) wie wir uns auch beschreiben mögen, sollte die Bildung dem Menschen allererst das Gefühl der Gerechtigkeit geben. Wie es der Kalif Ömer einst sagte, die Gerechtigkeit ist die Grundlage des Vermögens. Wie es der deutsche Philosoph Kant vermerkte, wird es nichts mehr Lebenswertes geben, wenn es keine Gerechtigkeit mehr gibt. Die Gerechtigkeit verbirgt die Freiheit und Gerechtigkeit in sich. Zweifelsohne sind die Menschen nicht darüber im Einklang, was Gerechtigkeit, was Recht und was Ungerechtigkeit sind. Doch die Grundpfeiler der Justiz sind mehr oder weniger bekannt. Es gibt in allen Religionen und Ideologien mehr oder weniger ein Konsens darüber, dass nicht getötet werden soll, man sein Brot auf legalem Wege verdienen muss und andere nicht schlecht zu behandeln hat. In diesem Rahmen sollte den Schülern, Gymnasiasten oder Studenten als erstes beigebracht werden, etwas nach harter Arbeit zu erreichen und nicht auf leichtem Weg das Brot zu verdienen. Es wird gesagt, dass die Justiz am besten mit dem Gegenteil, und zwar mit dem Despotismus verstanden werden kann.

Denken wir für einen Augenblick mal darüber, dass jeder etwas erreichen will, ohne zu arbeiten und ohne die Regeln zu beachten. Können sie sich das Chaos dann vorstellen? Die fehlende Information, der Anstand oder die Erfahrung in der Bildung können im Nachhinein wettgemacht werden. Doch ein Defizit im Gerechtigkeitsverständnis bei der Bildung kann das ganze Leben hindurch nicht wettgemacht werden. Das Gerechtigkeitsverständnis kann in der Schule nicht über Bildung, sondern vielmehr mit dem Bildungssystem, dem Verhalten der Lehrer und der Lebenspraxis erweitert werden. In diesem Rahmen sollte die Justiz nicht nur auf Informationsbasis, sondern auf der Ebene des Bewusstseins und Glaubens angeeignet werden.

  1. Eine Bildung, die den Menschen zum positiven Denken fördert

Die Bildung sollte Menschen schaffen, die ein gutes Herz haben und das Leben aus einer positiven Perspektive betrachten. Ich begegne Jugendlichen, die eine sehr pessimistische Betrachtungsweise haben, obwohl sie noch den Frühling des Lebens genießen aber trotzdem nicht für eine Lösung, sondern Nichtlösung plädieren und jedem gegenüber misstrauisch sind.  Ist so ein Leben erträglich? Was kann mit so einer negativen Betrachtungsweise aufgebaut werden? Der Mensch sollte das Schöne sehen und gut betrachten, damit er positiv denken kann. Natürlich wird es in unterschiedlichen Kulturen variieren, was man mit „Gut“ und „Böse“ versteht. Doch auf einer Welt, auf der wir viele Gründe dafür haben, pessimistisch zu sein, ist es an und für sich ein Wert einen guten Menschen auszubilden. Wenn auch eine positive Betrachtungsweise des Lebens und nur das Gute zu Denken sehr wertvoll sind, kommt „Gerechtigkeit“ vor dem „Guten.“

Machen wir nächste Woche weiter.



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