Nationale Projekte in der Verteidigung (2018-05)

Nationale Projekte in der Verteidigung.

Nationale Projekte in der Verteidigung (2018-05)

Wir bringen eine Bewertung von Tarkan Zengin von der Türk Harb-Iş-Gewerkschaft.

Um gegen verschiedene Bedrohungen ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten, kämpft die Türkei gegen mehrere Terrororganisationen. In einigen Zeiten ist die Türkei von ihren Verbündeten einem Waffen- und Munitionsembargo ausgesetzt. Beim Einsatz der mit Geld erworbenen Verteidigungsprodukte gibt es Probleme. In diesem Zusammenhang konnte die Türkei jede Krise in eine Gelegenheit umwandeln. Die angeblichen Verbündeten verweigerten den Verkauf von Drohnen. Aber die Türkei stellt die benötigten Drohnen selbst her. Die angeblichen Verbündeten wollten der Türkei keine kamikaze-Drohnen verkaufen. Die Türkei  deckt ihren Bedarf nun  durch Eigenproduktion und ist mittlerweile in der Lage auch Drittländer zu bedienen. Nach dem die angeblichen Verbündeten die Bomben an den Kampfflugzeugen „zu intelligenten Bomben“ entwickelten und bei Verkauf Hindernisse aufstellten, hat die Türkei mit der Serienproduktion der Präzisions-Führungsausrüstung begonnen.

Die Aufhebung der Abhängigkeit bei dieser Art von intelligenter Munition hat eine sehr strategische Bedeutung. Denn die USA haben zum Beispiel die Möglichkeit, die an die Türkei verkaufte präzisionsgelenkte Munition zu überprüfen. Sie können von der verkauften präzisionsgelenkte Munition die Zahl der bisher eingesetzten und verbliebenen Menge verfolgen. Noch wichtiger ist aber, dass die Koordinaten der Einschlagorte der präzisionsgelenkten Munition ermittelt werden kann. Das heißt gelichzeitig. Während die Türkei gegen die Terrororganisationen kämpft, können die USA die gekaufte präzisionsgelenkte Munition nach Einsatzmenge und Koordinaten verhindern. Es gab sogar Zeiten, in denen die USA die präzisionsgelenkte Munition nicht an die Türkei verkaufte, damit sie nicht gegen Terrororganisationen wie PKK und PYD eingesetzt werden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Türkei wie ein unabhängiger Staat handelt und die präzisionsgelenkte Munition mit einheimischen Möglichkeiten herstellt.

 

Vor allem einige Länder versuchen mit verschiedenen Strategien die Nationalisierung der türkischen Verteidigungsindustrie zu verhindern. Dabei werden manchmal einige Produkte nicht verkauft, manchmal die Benutzung der verkauften Produkte verhindert und manchmal der Preis von bestimmten Produkten drastisch reduziert, um die einheimische Produktion dieser Produkte zu verhindern. Vor allem nach dem die Türkei begonnen hat, ihre benötigten Verteidigungsprodukte zu entwickeln, wurden die Preise stark reduziert. Ein Beispiel hierfür erleben wir bei der Produktion der Präzisions-Führungsausrüstung.

Um bei präzisionsgelenkter Munition die Abhängigkeit am Ausland zu enden haben die türkischen Streitkräfte in 2005 entsprechende Arbeiten eingeleitet. Die Zuständigen gaben die erforderliche Anordnung, um mit einheimischen Möglichkeiten präzisionsgelenkte Munition herzustellen. Schon nach einem also 2016 wurde mit der Produktion von Präzisions-Führungsausrüstung begonnen. Aber wie schon zuvor bei zahlreichen Produkten versuchten die angeblichen Verbündeten mit verschiedenen Vorstößen die einheimische Produktion der Türkei zu verhindern.   

Für die benötigte JDAM-Munition mit Präzisions-Führungsausrüstung wurden von den USA für 120.000 Dollar pro Stück gekauft. Die Kosten der in 2006 selbst hergestellten JDAM-Munition betrugen 90.000 Dollar pro Stück. Bei Beginn der Serienproduktion sollte der Preis noch weiter sinken. Nach dem in der Türkei eine Serienproduktion zu Sprache gebracht wurde, schlugen die USA einen Preisnachlass von ein zu sechs vor. Die JDAM-Munition sollte also von zuvor 120.000 plötzlich nur noch 20.000 Dollar kosten. Dabei waren die Produktionskosten nicht gefallen. Aber der Zweck dieses Rabatts war es, die Serienproduktion der Präzisions-Führungsausrüstung zu verhindern. Denn mit der Preissenkung war die JDAM-Munition viereinhalbmal billiger als die Eigenproduktion der Türkei. Deshalb zögerte sich die Serienproduktion etwas hinaus. Aber im Sinne einer unabhängigen Verteidigungspolitik begann die Türkei in einer relativ kurzen Zeit mit den Vorbereitungen für die Serienproduktion.  

Die Präzisions-Führungsausrüstung wurde nach einer fünfjährigen Arbeit der Ingenieure des TÜBITAK-Institutes für Forschung und Entwicklung der Verteidigungsindustrie entwickelt. Die erste Präzisions-Führungsausrüstung HGK-1, die ins Inventar der türkischen Streitkräfte aufgenommen wurde, wurde in der 3. Luftwartungsfabrik hergestellt. Dies ist eine öffentliche Fabrik, in der Militärs und Arbeitnehmer tätig sind. Die Produktion begann in 2013. Der ehemalige Minister für Wissenschaft, Industrie und Technologie Faruk Özlü teilte im Planungs- und Haushaltsausschuss der Türkischen Großen Nationalversammlung im November 2017 mit, die Serienproduktion der HGK-1-Munition habe begonnen. Zuvor produzierten die Präzisions-Führungsausrüstung nur die USA, Russland und Israel. Die Türkei ist somit eines jener vier Länder, die mit nationalen Möglichkeiten Präzisions-Führungsausrüstung herstellt. Die HGK-1-Mution wurde bei den Operationen Schutzschild Euphrat und Olivenzweig sowie bei Antiterroroperation eingesetzt.

Nach Angaben des Herstellers hat die Präzisions-Führungsausrüstung folgende Eigenschaften: gewöhnliche Bomben von Kampfflugzeuge haben eine Reichweite von 5 bis 6 Kilometer, mit der Präzisions-Führungsausrüstung wird die Entfernung auf 25 Kilometer erhöht. Mit zusätzlichen kleinen Flügeln und der besonderen Beschichtung kann die präzisionsgelenkte Munition in der Luft gleiten. Bevor ein Flugzeug in eine gefährliche Nähe gelangt erfüllt die präzisionsgelenkte Munition ihre Aufgabe. Die Ausrüstung kann auf gewöhnliche Bomben übergestreift werden. Das Ziel, das über Satellit und spezielle Sensoren erfasst wird, kann mit einer geringen Verfehlungsquote von sechs Metern zerstört werden. Somit wird ein Schaden außer dem eigentlichen Ziel vermieden.“ Die mit geringen Kosten und zahlreichen wichtigen Eigenschaften produzierte Präzisions-Führungsausrüstung wird von zahlreichen Ländern und vor allem des Nahen Ostens, Asiens und Nordafrikas mit Interesse verfolgt

 

      Das war eine Bewertung von Tarkan Zengin von der Türk Harb-Iş-Gewerkschaft.



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