Globale Perspektive (2018-28)

15. Juli: Der blutige Versuch der Mörder-Roboter

Globale Perspektive (2018-28)

Es kann sein, dass die außerhalb der Türkei lebenden Menschen, die von den aus der Kontrolle geratenen Robotern, mit besonderen Viren gesteuerten Menschen oder sich selbst besondere Missionen ausgedachten perversen Sekten für die Menschheit ausgehende Gefahren und den heldenhaften Kampf mit diesen Monstern nur aus den Filmen kennen. Die Türkei hat am 15. Juli 2016 genau so ein Fall erlebt. Die den Staat unterwanderten und als FETÖ bezeichneten und wie in den Filmen in normalen Zeiten sich als Babyface zeigenden und nach einem einspritzen von einem Virus oder nach einem Gebot sich zu Monstern verwandelnden Mitglieder einer perversen Religionsgruppe haben einen Putschversuch gewagt.

Eine Bewertung von Prof. Dr. Kudret BÜLBÜL, dem Dekan der Fakultät für Politikwissenschaften an der Yıldırım Beyazıt Universität zu Ankara.

Was gesahah in dieser Nacht?

Die FETÖ-Mitglieder, die wichtige staatliche Institutionen, vor allem die türkischen Streitkräfte unterwanderten, haben auf Befehl ihres in den USA lebenden perversen geistlichen Führers, Fetullah Gülen am 15. Juli 2016 einen Putschversuch gewagt. Auch mit Hilfe ihrer Komplizen haben sie einige staatliche Institutionen unter ihre Kontrolle gebracht. Sie haben einige Rundfunk-und Fernsehanstalten, darunter TRT, CNN-Türk besetzt. Sie haben das Parlament bombardiert,  was sogar in Zeiten des Krieges nicht geschah. Sie haben eine Operation unternommen, um den gewählten Staatspräsidenten festzunehmen. Sie haben auf Millionen von Menschen, die nach diesen Ereignissen auf die Straßen gingen, ihre zu Robotern verwandelten Leute losgelassen. Sie haben Zivilisten und zivile Einrichtungen mit Kampfjets bombardiert. Die Menschen stellten sich vor die Panzern. Am Ende gab es hunderte Märtyrer und tausende Verletzte.

Der ganzen Welt Demokratie-Lehre erteilt

Der Kampf des türkischen Volkes für die Wahrung seiner Demokratie und Zukunft nach dem Appell von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan war so heldenhaft, den man nicht mal in Filmen sehen kann. Landesweit gingen Millionen von Menschen auf die Straßen. Das Volk belagerte die staatlichen und militärischen Institutionen.

Obwohl die FETÖ-Soldaten auf sie schossen, haben sie sich nicht zurückgezogen. In dieser Nacht war ich auch auf den Straßen. Die Menschen, die ich auch sehr gut kannte, haben sich geopfert, damit die Menschheit nicht von Werwölfen, Frankensteinen oder Mitgliedern einer perversen Religionsgruppe gefangengenommen wurde.  Die Türkei war auch schon zuvor mit Putschen konfrontiert. Jedoch war sie erstmals mit einem so blutigen Putschversuch konfrontiert, bei dem die Putschisten auf die eigenen Menschen schossen. Millionen von Menschen aus jedem Glauben hielten wochenlang Mahnwachen gegen den Putschversuch. Sie haben sich für ihr Land sowie für ihre Würde, Zukunft, Demokratie eingesetzt. Obwohl Millionen von Menschen mehrere Wochen auf den Straßen blieben, gab es kein einziges Chaos, keine einzige Plünderung und es wurde niemandem zu Leibe gerückt. Die ganz einfachen Menschen in der Türkei haben der ganzen Welt gezeigt, wie ein wilder Putschversuch demokratisch und friedlich abgewendet werden kann. In den 90’er Jahren hatte sich ein chinesischer Jugendliche auf dem Tiananmen-Platz vor die Panzer gestellt. Da ihre Gehirne nicht unter Kontrolle genommen wurden, hatten sich die chinesischen Soldaten zurückgezogen. Diese heldenhafte Tat wurde von den Weltmedien gesehen und applaudiert.

In der Türkei hingegen sind die FETÖ-Mitglieder, die wegen ihrem perversen Glauben zu Unmenschen wurden, mit den Panzern auf die Menschen losgefahren. Der Wiederstand nicht einer Person, sondern eines ganzen Volkes wurde von den Weltmedien fast gar nicht gesehen. Wenn auch von der internationalen Gemeinschaft nicht ausreichend gewürdigt, wird dieses Epos, dieser Widerstand von den Zeugen niemals vergessen werden.

Was ist FETÖ?

Leider hat die internationale Gemeinschaft nicht ganz verstanden, was FETÖ ist. Die Fetullah Terrororganisation, also FETÖ ist eine Organisation, in der die Mitglieder sich ihrem Führer verbunden fühlen wie an Messias und nach ihrem perversen Glauben eine Welt aufbauen wollen. Der Führer wird wie ein Retter gesehen. Die Mitglieder hingegen sehen sich wie die Auserwählten. In diesem Rahmen haben sie einen Glauben, der die ganze Welt „retten“ wird. Zu diesem Zweck haben sie in allen Ländern, Regionen, Städten, Ortschaften, Imame. Deren Führer Fetullah Gülen wird als ein „Imam des Universums“ gesehen, der nicht nur die Türkei, sondern die ganze Welt retten wird. Daher ist die FETÖ-Terrororganisation eine globale Bewegung.

FETÖ zwingt ihre Mitglieder zu einer langen und schwierigen Ausbildung, damit die an diesen Kult glauben. In diesem Prozess kapseln sich die Mitglieder völlig von der Gesellschaft ab. In besonderen Räumlichkeiten wird mit eigentümlichen Ritualen ein Glaube und eine Welt geschaffen, die nur von ihnen selbst gekannt und daran geglaubt wird. Im Zuge dieser Ausbildung werden die Mitglieder langsam von ihren Familien, von den Werten der Gesellschaften, in denen sie leben sowie von den allgemeinen und nach Jahrhunderten entstandenen Interpretationen abgekoppelt. Da die in den 70’er Jahren begonnene Bewegung ohne geschichtlichen Hintergrund und fern von Tradition und Zivilisation ist, eignen sich ihre Mitglieder nach einer Zeit einen perversen Glauben an, den nur sie selbst kennen und daran glauben. Die Familien, deren Kinder die FETÖ-Schulen besucht haben, werden wenn sie aufmerksam sind, bemerken, dass ihre Kinder sich langsam von ihnen entfernen. Nachdem sie in dieser Weise formatiert sind, glauben die FETÖ-Mitglieder, dass sie eine sehr streng geheime Mission haben. Sie haben ein sehr „heiliges“ Ziel. Um dieses Ziel erreichen zu können, dürfen sie sich gemäß dem wichtigsten Gebot, das ihnen erteilt wird, niemals outen und müssen sich in jeder Situation tarnen. Für sie ist nun beim Erreichen des von ihnen festgesetzten Ziels jeder Weg legal.

Denn es gibt ein nur von ihnen selbst geglaubtes Ziel, das das Ganze legalisiert.  Daher können sie in jedem Glauben, Outfit sowie in jeder Ideologie erscheinen. Sie agieren ganz im Gegenteil der Philosophie von Mevlana, „Erscheine so wie du bist oder sei so wie du erscheinst.“  Sie hingegen erscheinen niemals so, wie sie sind. Da ihre Absichten unterschiedlich sind, können sie niemals so sein, wie sie erscheinen.

Machen wir nächste Woche weiter.



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