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Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-17)

Die expansionistische Politik der Vereinigten Arabischen Emirate und deren Folgen.

Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-17)

Eine Bewertung von Dr. Cemil Doğaç Ipek, Lehrkraft an der Atatürk Universität.

Die Vereinigten Arabischen Emirate verfolgen in den letzten Jahren eine ernste expansionistische Politik und wollen zu einer regionalen Macht werden. Auf der anderen Seite hält die Spannung zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei an. In der heutigen Folge unserer Sendereihe wollen wir dieses Thema behandeln.

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen mit ihrer expansionistischen Politik zu einer regionalen Macht in Nahost, Nord- und Ostafrika werden. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind sozusagen an verschiedenen Aktionen direkt oder indirekt beteiligt. Sie befinden sich aus Sicht der Erdölreserven weltweit auf dem sechsten Rang und sind mit dem Oman, Saudi Arabien, Katar und dem Iran benachbart. Das Emirat besteht aus der Vereinigung der sieben Emirate, Abu Dhabi, Dubai, Sharjah, Fujairah, Resü’l Hayme Umm Al Quwain und Ajman und wurde in 1971 gegründet. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein aus diesen sieben Emiraten gebildete Föderation. Das Emirat mit den größten Territorien und den Erdölreserven ist Abu Dhabi. An zweiter Stelle kommt Dubai. Die Vereinigten Arabischen Emirate gelten als der größte Akteur der Eingriffe, Putsche und Bürgerkriege in Nahost. In den letzten Jahren setzten sie ihr Geld in Energie und Lobby-Kraft für eine Polarisierung des Nahen Ostens ein. Erster Hintergrund dieser Absicht ist wirtschaftlich. Mit etwa 10% der globalen Erdölreserven sind die Vereinigten Arabischen Emirate der viertgrößte Erdölexporteur der Welt. Daher ist die Energiesicherheit in der Golfregion von großer Bedeutung.

Beim Handel und im Finanzsektor ist Dubai ebenfalls ein wichtiges Zentrum in Nahost. Die Kontrolle der Seehandelswege zwischen Asien und Europa und der Energiekorridore ist für die Vereinigten Arabischen Emirate von lebenswichtiger Bedeutung. Die weiteren Ziele der Vereinigten Arabische sind politisch. Das erste Ziel ist es, von den Unruhen in Kairo, Damaskus und Bagdad zu profitieren, die Lücke zu füllen und den Einflussbereich der Türkei und des Iran zu hindern. Das zweite politische Ziel ist es, die Welle des Wandels in Nahost mit allen Mitteln zu hindern und den Prozess rückgängig zu machen.

Die Probleme zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und der Türkei sind kein Geheimnis. Die Vereinigten Arabischen Emirate waren bis zu dem Putsch in Ägypten als ein guter Partner der Türkei in Handel und Politik gesehen worden. Aber nach dem Putsch in Ägypten haben sich die Zustände langsam geändert. Bei dem Putsch in 2013 in Ägypten, haben sich die Türkei und Katar sowie der Arabische Block, dem auch die Vereinigten Arabischen Emirate angehörten, auf unterschiedliche Machtkreise fokussiert. Während die Türkei und Katar den auf politische Wege gewählten Mursi unterstützten, hat der andere Block Sisi unterstützt. Die Vereinigten Arabischen Emirate und ihre Verbündeten haben Sisi wirtschaftliche Unterstützung geboten. Somit haben sich die Vereinigten Arabischen Emirate mit unvorhersehbaren Manövern in die Innenpolitik von Ägypten eingemischt. Dabei wurden sie von Saudi Arabien und anderen Golfstaaten unterstützt. Die Vereinigten Arabischen Emirate betrachten die Bemühungen der Türkei für eine Neugestaltung der Region als ein Hindernis. Die Vereinigten Arabischen Emirate konkurrieren vom Balkan bis hin zu Somalia in vielen Gebieten mit der Türkei. Seinen Wirtschaftseinfluss in Somalia nutzt das Emirat nicht wie die Türkei, für einen Aufbau des Landes, sondern als eine politische Plattform gegen die Türkei. Gruppen, die wie z. B. bei den Gezi-Vorfällen und beim Putschversuch am 15. Juli es auf die Stabilität der Türkei abgesehen haben, wurden von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt. So heißt es in einer vor kurzem erschienenen internationalen Pressemitteilung, das Emirat habe den gescheiterten Putschversuch am 15. Juli finanziell unterstützt. Das Thema wird von Zeit zu Zeit auch in der türkischen Presse immer wieder aufgegriffen. 

Die größten Probleme der Golfstaaten und der Länder auf der arabischen Halbinsel bilden die schiitische Bevölkerung und das Atomproblem des Iran. Die Bemühungen des Irans, die Beziehungen mit der Türkei und dem Emirat Katar auszubauen, führen zu einer Zuspitzung dieser Bedenken. Das Emirat Katar stellt indessen ein weiteres Problem für die Golfstaaten dar. In der Gegenwart pflegt Doha engere Beziehungen mit Teheran und Ankara. Außerdem unterstützt das Emirat die Muslimbruderschaft in Ägypten. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind davon überzeugt, dass Katar und die Türkei zusammen agieren. Außerdem geht man in den Vereinigten Arabischen Emiraten davon aus, dass die Türkei einen Plan gegen das Emirat hegt. Außerdem sollte auch die Türkei-Allergie der Vereinigten Arabischen Emirate im Zusammenhang mit den Beziehungen mit dem Iran in die Hand genommen werden. Es ist eine Unzufriedenheit der Vereinigten Arabischen Emirate mit dem Iran und den Ländern vorhanden, die Handel mit dem Iran betreiben. Außerdem sind die Vereinigten Arabischen Emirate sehr darüber verunsichert, dass die Vereinigten Arabischen Emirate auf ihren Territorien der Türkei die Gründung eines Stützpunktes ermöglicht haben. Die Entwicklungen werden sich mit der Zeit herausstellen. Ohne einen Stopp der aggressiven Einstellung der Vereinigten Arabischen Emirate scheint ein Frieden in Nahost nicht möglich zu sein. Von dieser Aggressivität werden alle Akteure beeinträchtigt werden, einschließlich Saudi Arabien. Aus diesem Grund sollte das Problem mit den Vereinigten Arabischen Emiraten mit den angemessenen und verantwortlichen Ländern in Nahost gemeinsam gelöst werden.

Die Vereinigten Arabischen Emirate sind darum bemüht, mit Empfehlungen aus dem Ausland und Mitteln, die alte Ordnung wieder einzuführen. Ein Erfolg der Vereinigten Arabischen Emirate wird meiner Ansicht nach nicht möglich sein. Die von den Vereinigten Arabischen Emiraten verfolgte Politik verursacht große Schäden. Deshalb ist es nicht möglich, mit so einer Politik etwas aufzubauen. Zudem verfügen die Vereinigten Arabischen Emirate über keine wahre regionale Politik.



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