AKTE TIKA

EIN WEITERER RAMADAN UND EINE TÜRKEI, DIE SICH UM DIE LÖSUNG DER KRISEN BEMÜHT

AKTE TIKA

 

In einer Zeit, in der die Welt in einen unkontrollierbaren Prozess getrieben wurde, der durch Terrorismus, interne Konflikte und Kriege zur Instabilität führte, haben wir den Monat der Barmherzigkeit und Vergebung, Ramadan, mit Nachrichten von Märtyrern aus Gaza, der blutenden Wunde der Welt, begonnen

Am Jahrestag der israelischen Unabhängigkeitserklärung und der Vertreibung von etwa 750.000 Palästinensern aus ihrem Heimatland, die im eigenen Land zu Flüchtlinge wurden, waren wieder einmal diejenigen im Einsatz, die versuchen mit Unterdrückung Frieden zu diktieren.

 

Der Status von Jerusalem

Jerusalem, das seit Jahrhunderten von allen abrahamitischen Religionen als heilig betrachtet wird, hatte nicht umsonst einen Sonderstatus erhalten. Es gibt einen Grund, warum alle Länder es ablehnen, Jerusalem als die Hauptstadt eines Staates anzuerkennen und eine Botschaft in der Stadt zu haben. Der Resolution 181 der Vereinten Nationen von 1947 entsprechend sollte Jerusalem von der UNO unter einem besonderen internationalen Regime verwaltet werden.

Nach seiner Gründung in 1948 besetzte Israel zunächst West-Jerusalem und dann nach dem Sechstagekrieg in 1967 Ost-Jerusalem. Der Weltsicherheitsrat hat in seiner Resolution 242 die notwendigen Voraussetzungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden geschaffen und den Rückzug der israelischen Truppen aus den während des Krieges von 1967 besetzten Gebieten gefordert. Aber Israel betrachtet Jerusalem, das auch sein Parlament und seine Ministerien beherbergt, seit dieser Zeit als De-facto-Hauptstadt.

Israel nahm 1980 das "Jerusalemer Gesetz" an und erklärte, dass "Jerusalem, vollständig und vereint, die Hauptstadt Israels" sei. Dieses Gesetz wurde jedoch durch die Resolution 478 der Vereinten Nationen für ungültig erklärt, die die Länder, die Botschaften in Jerusalem unterhalten hatten, aufforderte, sie nach Tel Aviv zu verlegen. Während der Abstimmung über diese Resolution haben sich die USA der Stimme enthalten, obwohl die USA ihr Vetorecht als ständiges Mitglied des Sicherheitsrats nicht genutzt haben.

Im Anschluss an die Resolution verlegten Bolivien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Guatemala, Haiti, Niederlande, Panama, Uruguay und Venezuela ihre Botschaften in Jerusalem nach Tel Aviv. Danach verlegten auch El Salvador und Costa Rica die Botschaften von Jerusalem nach Tel Aviv. Somit gab es in Jerusalem kein einziges Botschaftsgebäude mehr.

 

Was versuchen die USA zu tun?

Im Jahr 1995 verabschiedete der US-Kongress das Jerusalem-Botschafts-Gesetz (Jerusalem Embassy Act of 1995), das ein Verstoß gegen die Resolution 478 des Weltsicherheitsrates war und die Anerkennung von Jerusalem als israelische Hauptstadt forderte und die Verlegung der Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem vorsah. Obwohl das Gesetz forderte, die Botschaft spätestens bis Mai 1999 von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, haben sich die US-Behörden in den letzten zwei Jahrzehnten alle sechs Monate auf die Verzichtserklärung des Gesetzes berufen und dabei die Sensibilität des Themas und mögliche negative Konsequenzen für den Nahen Osten berücksichtigt.

Am 6. Dezember 2017, einhundert Jahre nach der Balfour-Deklaration von 1917, die die Errichtung einer jüdischen Heimat im ehemaligen osmanischen Territorium Palästina versprach, verkündete der 45. US-Präsident Donald Trump, dass die USA ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen werden. Es war eine historische, aber bedauerliche Erklärung aufgrund der möglichen negativen Auswirkungen auf Frieden und Stabilität im Nahen Osten. Denn dies ist nicht eine einfache Verlegung der Botschaft, sondern ein Teil der Bestrebungen, eine internationale Legitimation für die Besatzung zu erlangen.

Obwohl die USA genau wussten, dass diese Entscheidung Spannungen erhöhen und Konflikte in der Region verursachen wird, sagten die USA "Ja" zu dem, was die gesamte internationale Gemeinschaft ablehnte. Die USA setzten diese Entscheidung um und verlegten ihre Botschaft nach Jerusalem, obwohl dies offen gegen das Völkerrecht verstößt.

Für die Palästinenser war diese Entscheidung nicht anders als die Apartheidmauer oder die Gaza-Blockade. Dieser Schritt der USA, der trotz heftiger Reaktionen der internationalen Gemeinschaft umgesetzt wurde, verursachte Empörung und Unmut unter den Palästinensern. Tausende Zivilisten, die durch zivilen Ungehorsam und gewaltfreien Widerstand für Gerechtigkeit und Justiz eintraten, waren einer unverhältnismäßigen Gewalt, Unterdrückung ausgesetzt und es flossen Blut und Tränen.

Die Palästinenser wurden von der israelischen Polizei sozusagen vor der internationalen Gemeinschaft und den Medien gejagt und getötet. Tausende weitere wurden verletzt. Es wurde wieder offenkundig, dass Nakba oder „Große Katastrophe“ also die Massakrierung, Vertreibung der Palästinenser bei der Gründung von Israel  auch nach 70. Jahren mit ganzer Härte immer noch anhält.

 

Die Türkei versucht das Feuer im Nahen Osten zu löschen

Der außerordentliche Jerusalem-Gipfel, der auf Einladung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan als Präsident der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) am 18. Mai 2018 in Istanbul stattfand, war sehr wichtig, um diesen irrationalen und illegalen Aktivitäten einen Einhalt zu gebieten. Der Gipfel, der ein weltweites Echo hervorrief, konnte das erreichen, was von vielen regionalen und internationalen Organisationen nicht erreicht werden konnte. Dank der Sensibilität und Führung der Türkei in humanitären Angelegenheiten wurde noch einmal unterstrichen, dass der Status Jerusalems nicht durch irrationale und rechtswidrige Praktiken verändert werden kann.

Die Türkei hat wie immer erneut erklärt, dass die unternommenen Schritte vor allem Israel selbst schaden, diese Schritte der seit der Gründung der UNO gescheiterten Lösung der Palästinafrage nicht beitragen und das Gebiet erneut in einen Brandherd verwandeln werden. Um einen dauerhaften Frieden in der Region zu gewährleisten sowie die Gefechte und Krisen zu verhindern, hat die Türkei die größten Anstrengungen und Opferbereitschaft gezeigt. Leider wurden diese Bemühungen von den beteiligten Parteien meist nicht beachtet, und Hoffnungen auf Frieden wurden rücksichtslos verschwendet.

Als das Schiff Mavi Marmara nach Gaza aufbrach, um die Leiden der Unterdrückten zu lindern, wurden die unschuldigen und unbewaffneten Menschen an Bord getötet. Obwohl der Schmerz immer noch groß war, gab die Türkei Israel eine Chance, die folgende Krise mit einer Entschuldigung und Entschädigung zu lösen, nur um den starken Druck auf die Palästinenser zu lockern. Diesmal wurde aber versucht, die Hilfe durch schwarze Propaganda und Verleumdungen zu blockieren. Als die Türkei versuchte, den Kriegsopfern heiße Mahlzeiten zu verteilen, während immer wieder Bomben fielen, wurden Verleumdungen wie "Nahrungsmittel gehen nicht an die Bedürftigen, sondern Terroristen" verbreitet. Obwohl die Türkische Kooperations- und Koordinationsagentur (TİKA) versuchte, Frieden, Sicherheit und Ordnung zu schaffen, indem sie zur Schaffung einer geordneten Gesellschaft mit funktionierenden Familien beitrug, in denen Menschen nicht radikalisiert werden und 4.000 jungen Menschen beim Aufbau ihrer eigenen Familie behilflich waren, wurde ihr fast Unterstützung von Terroristen vorgeworfen.

Eine sorgfältige Analyse würde zeigen, dass die Hilfe der Türkei tatsächlich die Spannungen verringert und die negativen Auswirkungen von Krisen mildert. Trotz aller Herausforderungen hat die Türkei weitergearbeitet und arbeitet weiter, ohne ihre Motivation zu verlieren. Auch in diesem Ramadan werden die Opfer im Gazastreifen zu Hause mit Gesundheitsrehabilitation versorgt, Medikamente und medizinische Versorgung wird geliefert, im Ramadan werden täglich an 1.000 Familien und insgesamt etwa 200.000 Palästinensern warme Mahlzeiten geliefert sowie 12.000 bedürftige Familien werden Lebensmittel erhalten. Mit diesen Soforthilfen soll die immer schlechter werdende humanitäre Lage, insbesondere in Gaza, etwas gelindert werden. Die langfristige Entwicklungshilfe wird jedoch dazu beitragen, das Wohlergehen der Palästinenser zu verbessern.

Diese Bemühungen der Türkei unterstützen eine auf Gerechtigkeit basierende Zwei-Staaten-Lösung. Israel sollte endlich erkennen, dass es keine Legitimität durch Separationsbarrieren, Hinrichtungen, Waffen und Bomben erlangen kann, sondern indem es den Staat mit Gerechtigkeit und Mitgefühl regiert.

 

Eine Türkei, die sich ein Ende der Krisen bemüht

Die Türkei, die Verteidigung der Werte von Gerechtigkeit und Barmherzigkeit als ihre historische Mission und eine staatliche Tradition angeeignet hat, stand den unterdrückten Opfer zur Seite, ungeachtet des Glaubens, der Sprache oder der Rasse. Zum Beispiel flüchteten im Jahr 1492 etwa 200.000 Juden, die vor Verfolgung und Unterdrückung in Spanien flohen, in das Osmanische Reich und fanden Frieden und Sicherheit in diesem Land. Ähnliche Beispiele gibt es auch in der Republik-Ära. Die Türkei hat ihr Möglichstes getan, um Juden während des Zweiten Weltkriegs vor der Nazi-Verfolgung zu bewahren. Necdet Kent, der damalige türkische Generalkonsul in Marseille, rettete mit Einsatz seines eigenen Lebens viele Juden, die im von den Nazis besetzten Frankreich lebten, vor der Deportation in die deutschen Konzentrationslager, indem er türkische Ausweispapiere ausstellte. In der gleichen Zeit rettete Selahattin Ülkümen, türkischer Generalkonsul auf der Insel Rhodos, der auch als "türkischer Schindler" bekannt ist, 42 jüdische Familien vor einem Konzentrationslager, in dem er eine diplomatische Krise mit Deutschland in Kauf nahm und die türkischen Juden dem Nazi-General nicht auslieferte. Wenn man diese Beispiele aus der Vergangenheit betrachtet, können die gegenwärtigen Bemühungen der Türkei besser verstanden werden.

Als die Erbin des Osmanischen Reiches, das die Region für 400 Jahre durch Gerechtigkeit und Frieden regierte leistet die Türkei heute sicherlich bedeutende Beiträge für die Stabilität in der Region.

Die Türkei wollte nie über andere Länder herrschen und ausbeuten, um ihre egoistischen Interessen zu verfolgen. Ganz im Gegenteil hat sie versucht, die Welt auch für Menschen, die außerhalb ihrer Grenzen leben, zu einem lebenswerteren Ort zu machen. Daher verfolgt die Türkei ein globales Ziel, an dem nicht nur die 80 Millionen Bürger beteiligt sind, sondern auch die 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt. Die Türkei hat kürzlich in Myanmar und Bangladesch ihre diesbezügliche Aufrichtigkeit bewiesen. Die Türkei ist aus Tausenden von Kilometern Entfernung gekommen, um Hunderttausenden muslimischen Arakan-Flüchtlingen zu helfen, die vor Massakern in Myanmar geflohen sind und in Bangladesch Zuflucht gesucht haben. Staatspräsident Erdogan hat seit Beginn der Krise einen intensiven diplomatischen Verkehr betrieben, um die Aufmerksamkeit der Welt auf die anhaltende humanitäre Krise zu lenken. Er hat seine Familie mit den Hilfen der Türkei in die Region geschickt, um die Auswirkungen der Krise zu mildern. TIKA liefert jeden Tag warme Mahlzeiten an Hunderttausende von Flüchtlingen, die in Bangladesch Zuflucht gefunden haben und in Lagern leben. Wer kann behaupten, dass die Türkei ihre eigenen Interessen anstrebt, indem sie diese Hilfsmittel aus 5.500 Kilometern Entfernung erweitert? Die Türkei versucht, die Bemühungen des globalen Establishments zu stoppen, die Welt für ihr eigenes Interesse unregierbar zu machen.

 

Türkisch-israelische Beziehungen

Die Türkische Republik betrachtet ihre diplomatischen Beziehungen mit Israel als einen wichtigen Teil ihrer Bemühungen zur Stärkung von Frieden und Stabilität in der Region. In Anbetracht der israelischen Kriege und Spannungen mit den Ländern in der Region verhindert die Fortsetzung der Beziehungen eine Isolation Israels.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel verschlechtern sich nach jeder Krise in Palästina. Die Sensibilität und die humane Einstellung der Türkei missfallen der israelischen Regierung von Zeit zu Zeit und das beeinflusst die diplomatischen Beziehungen. Nach der jüngsten Gaza-Krise wurden die Botschafter für einige Zeit zurückbestellt und die Herabstufung der diplomatischen Beziehungen in Betracht gezogen. Der gegenseitige Abzug der Botschafter ist ein richtiger Schritt, aber der langwierige Abbruch der diplomatischen Beziehungen würde indirekte Sanktionen gegen die Palästinenser bedeuten, die die wahren Opfer des Zwischenfalls sind. Die sechs Jahre nach dem israelischen Angriff auf das Schiff Mavi Marmara anhaltende Spannung deeskalierte, nachdem sich die beiden Länder bereit erklärt hatten, gegenseitig Botschafter zu ernennen. Die wiederaufgenommenen diplomatischen Beziehungen haben trotz alle dem die Beiträge der Türkei zur Palästinenserfrage und die Lieferung von Hilfen für die Bedürftigen erleichtert.

In der Tat; Jerusalem ist besetzt, Gaza steht unter einer Blockade, das Westjordanland wird belagert und alle Zugangswege nach Palästina werden auf unrechtmäßiger Weise von Israel kontrolliert. An diesem Punkt sollte Sentimentalität vermieden, mit Vernunft gehandelt und auf Schritte verzichten werden, die die Probleme noch weiter vertiefen könnten. In diesem Zusammenhang sollten unsere Institutionen nach Absprache mit den diplomatischen Vertretungen und den vor Ort aktiv operierenden TİKA-Büros ihre Aktivitäten koordinieren und planen.

Auch wenn sie es bisher noch nie getan hat, sollte die israelische Regierung auf die internationale Gemeinschaft hören und ihre Unterdrückung der Palästinenser stoppen. Die Vertreter einer am meisten vertriebenen Nation, die im Laufe der Geschichte viele Leiden ertragen musste, sollten in der Gegenwart nicht anderen die gleichen Leiden zufügen. Auf der anderen Seite sollte endlich anerkannt werden, dass ein Staat, der die Krise weiter vertieft, die Menschen provoziert und die Region in Instabilität stürzt, nicht mehr die Rolle als "Vermittler" übernehmen kann. Wie in der Vergangenheit müssen die Menschen der verschiedenen Glaubensrichtungen in Jerusalem, die sich seit einem Jahrhundert nach Frieden sehnen, in Frieden und Harmonie leben.

Zweifelsohne wird Frieden in alle Ortschaften kommen, in der die Menschen sich frei und sicher bewegen können. Die Mission von TIKA ist es, die Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung in den Ortschaften in denen sie tätig ist, zu stärken, die friedliche und ruhige Atmosphäre zu schützen und dort, wo der Frieden und Ruhe zerstört worden ist, die Ordnung wieder herzustellen.     

 


Keyword: Palästina , Türkei , TIKA

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