Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-23)

Die schnellen Entwicklungen von Informationssystemen sowie deren schnelle Integration auf Verteidigungstechnologien wirken sich immer mehr auf die Art- und Weise von Kriegen aus.

Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-23)

Eine Bewertung von Dr. Cemil Doğaç Ipek, Lehrkraft an der Atatürk Universität.

Die schnellen Entwicklungen von Informationssystemen sowie deren schnelle Integration auf Verteidigungstechnologien wirken sich immer mehr auf die Art- und Weise von Kriegen aus. Heute wollen wir diese Entwicklungen sowie die Einflüsse auf die Eigenschaften von Kriegen analysieren.

Verteidigungstechnologien und Kriegsmethoden haben die Geschichte hindurch mit der Technologie zeitgleiche Entwicklungen verzeichnet. Die Anwendung von neuer Technik, neuen Mitteln und Methoden dient neben der Gewährleistung einer Überlegenheit gegenüber dem Feind, auch als eine abschreckende Eigenschaft. Auf der anderen Seite wird jede Neuheit, mit den Erfahrungen vom vorherigen Krieg oder Auseinandersetzung reifer. Die raschen Entwicklungen bei Kommunikationstechnologien, geopolitische Entwicklungen, nichtstaatliche Akteure von Staaten,  gewährleisten die Nachhaltigkeit neuen Kriegsmethoden Taktiken und Systemen. Bei diesem sogenannten Krieg der neuen Generation, werden noch kleinere, über höhere Flexibilität verfügende und miteinander vernetzte Truppen als Teil von sozioökonomischen Operationen verwendet.

Die Operation auf Libyen, der syrische Bürgerkrieg und Afghanistan sind Beispiele für Kriege der neuen Generation. Bei diesen Beispielen werden nichtstaatliche Akteure verwendet und der Krieg nicht offen, sondern in Form von Stellvertreterkriegen geführt. Der Guerilla-Krieg stellt ungewöhnliche Kriegsstrategien in den Vordergrund. Somit werden für taktische und strategische Ergebnisse, psychologische Kriege, elektronische Kriege, Cyber-Kriege und andere Methoden verwendet.

Bei der Festlegung von Verteidigungstechnologien und Kriegsstrategien sind die Bedrohungsatmosphäre und möglichen Operationsbedingungen die bestimmenden Faktoren. Die Analyse von möglichen Regionen  und der jeweiligen Örtlichkeiten, ist für Streitkräfte wichtig, damit sie für die Operationen auf die Kriegsbedingungen und Fähigkeiten von möglichen Feinden vorbereiten können. Heutzutage befinden sich auf der Welt zahlreiche Spannungen, Auseinandersetzungen und Krisenregionen, die politische, historische und wirtschaftliche Gründe haben. Ein wichtiger Bestandteil davon befindet sich in Nahost und Umgebung.

Der in 2011 in Tunesien ausgebrochene und sich rasch auf Nordafrika und den Nahen Osten verbreitete Arabische Frühling führte zu einer großen Änderung des geopolitischen Gleichgewicht in der Region. Die Faktoren für den Regimewechsel in Tunesien, Libyen, und Ägypten und den Bürgerkrieg in Syrien, lösten die Intensivierung der Aktivitäten von radikalen bewaffneten Gruppen aus. Der in 2011 begonnene Bürgerkrieg in Syrien hat sich sozusagen zu einer direkten Bedrohung für die nationale Sicherheit von verschiedenen Ländern in der Region verwandelt.  Es besteht für die Länder in der Region das Risiko, dass sich die Krise in einen Krieg oder eine tiefe Krise verwandeln kann. Der Iran, der zu den wichtigsten Energie-Ländern in der Region gehört und eine Politik von Stellvertreterkriegen führt, wird sowohl von den Ländern in der Region als auch vom internationalen System als eine ernste Bedrohung wahrgenommen. Der über Langstreckenraketen und Raketentechnologien verfügende Iran, investiert in Systeme, die den Seeverkehr in Persischen Golf behindern können. Dies stärkt die Wahrnehmung des Iran als eine Bedrohung. Es besteht das Potential, dass sich die Spannung zwischen dem Iran und Israel zu einer Auseinandersetzung verwandeln kann. Dabei spielt die Technologie zweifelsohne eine bestimmende Rolle. Dazu gehören, Cybertechnologie, Kommunikationstechnologien und Cyber-Krieg, Biotechnologie, unbemannte Kriegssysteme, fortgestrittene Materialien- und Produktionstechnologien, Simulations- und Visualisierungstechnologien, alternative Kraft und Treibstoffsysteme.

Der weltberühmte Stratege, Carl von Clausewitz definiert den Krieg als die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Anhand dieser Definierung sollte der Krieg oder mit anderen Worten die Verteidigungskapazität als ein Element der nationalen Strategie bewertet werden. Die Geschichte hindurch haben Imperien und Staaten, Krieg als Teil ihrer politischen, wirtschaftlichen und militärischen Politiken verwendet. Die militärischen Fähigkeiten sowie die Entwicklung von Verteidigungstechnologien und Kriegsstrategien stehen direkt mit der Technologie in Verbindung.

Wenn strategische, wirtschaftliche, politische und technologische Vorhersehbarkeit gemeinsam verwendet werden können, kann eine Verteidigungskapazität aufgebaut werden, die die modernen Bedürfnisse decken kann.



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