Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-22)

Der Islam befindet sich leider mit einem Angstgefühl auf der Tagesordnung des Westens.

Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-22)

Eine Bewertung von Dr. Cemil Doğaç Ipek, Lehrkraft an der Atatürk Universität.

Der Islam befindet sich leider mit einem Angstgefühl auf der Tagesordnung des Westens. Die nach den Terroranschlägen vom 11. September begonnenen und mit den terroristischen Ereignissen anhaltenden Entwicklungen haben dazu geführt, dass die westlichen Gesellschaften sich unter dem Druck einer endlosen Bedrohung fühlen. In der heutigen Folge wollen wir im Lichte dieser Entwicklungen das Thema Islamphobie sowie die Einstellung der Türkei zu diesem Thema die Hand nehmen. 

Der Islam steht in den letzten Jahren mit einem Angst-Gefühl auf der Tagesordnung des Westens. Es bestehen eine Reihe von Ereignisse, die mit dem 11. September begannen und Einzelfällen anhielten. Dies führt dazu, dass westliche Gesellschaften sich bedroht fühlen. Zudem führen internationale Medien, die die negativen Ereignisse als Quelle des Islam darstellen, der Verbreitung der Islamphobie bei. Ferner wird seit den 2000er Jahren  in Europa eine Verbreitung des Rechtsextremismus beobachtet. Diese Gruppen nehmen ihren Platz in den Parlamenten ein. In Frankreich die Partei National Front, in Griechenland die Goldene Morgenröte, in den Niederlanden die Partei für die Freiheit und in Österreich die Freiheitspartei. Diese Parteien haben eine negative Einstellung gegenüber den Ausländern und den Migranten in ihren Ländern entwickelt und dadurch ihre Stimmenanteile erhöht.

Als Beispiel für die negative Behandlung der Muslime in Europa kommen die von den Türken in Deutschland erlebten bitteren Ereignisse in Erwägung, wie Brandstiftung und andere Ereignisse, denen mehrere Menschen zum Opfer gefallen sind. Wir wissen, dass diese nicht mit Deutschland begrenzt sind.  Im Visier der Anschläge stehen Moscheen, Kulturzentren und Geschäfte. Die beängstigende Seite dieser Angriffe ist es, dass diese organisierte Hass-Bewegung immer mehr verdeckte Anerkennung beim Volk, bei Politikern findet. Das hängt auch von den Bedenken der Regierungen in Europa in der Innen- und Außenpolitik ab, die angesichts der Reaktionen gegen den Islam schweigen. Die in 2001 zunehmende Islamphobie erreichte mit dem Angriff auf die französische Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo den Höhepunkt in Europa.

Bei den in 2011 in Tunesien begonnenen Volksbewegungen setzten sich Europa und die USA auf rhetorischer Ebene für Freiheit ein. Trotzdem war es für den Westen ein wichtiges Kriterium, ob die neuen Regierungen islamisch eingestellt waren oder nicht. Die Neigung, Nahda, Muslimbrüderschaft sowie die angemessenen Gruppen der syrischen Opposition mit Terror zu identifizieren, bildet ein Beispiel dafür. Genau an dieser Stelle sollten wir die von der Türkei in Nahost übernommene vereinende Rolle unterstreichen.  Die regionale Politik positioniert sich genau in die entgegengesetzte Richtung der Islamfeindlichkeit. Die versöhnende und auf Menschenrechte beruhende Politik der Türkei zeigt, inwiefern sich die Annäherungen der Türkei und des Westens zur Region unterscheiden. Gleichzeitig leistet die Türkei der Integration der in westlichen Ländern lebenden muslimischen Gesellschaften und der Verbreitung der Demokratie in islamischen Ländern Unterstützung. Aber die westlichen Medien räumen dieser positiven Einstellung größten Teils keinen Platz ein.

Wegen der schweren psychologischen Atmosphäre setzt die Türkei auf eigene Initiative und eigene Kosten diese Initiative fort. Die Türkei leistet der Lösung von humanitären Problemen in der Region wichtige Beiträge. Auf der anderen Seite befindet sich die Türkei bei den Demokratisierungsbemühungen des Nahen Ostens an der richtigen Stelle. Die Türkei erhält aber bei diesem Kampf nicht die erforderliche Unterstützung des Westens und der islamischen Welt. Die Ignorierung einer Zivilisationskrise auf globaler Ebene wegen politischer Bedenken, verhindert auch die von der Türkei geführte Diplomatie



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