Ibrahim Kalın bewertet Erdoğans Besuche

Der Sprecher des Staatspräsidiums Ibrahim Kalın hat die Besuche von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan bewertet.

Ibrahim Kalın bewertet Erdoğans Besuche

Die Position der Türkei im westlichen Bündnis als NATO-Mitglied hindert sie nicht daran, sich für andere strategische Regionen der Welt zu öffnen. Dies erklärt, warum sie ihre außenpolitischen Aktivitäten in Afrika, dem Nahen Osten, Zentralasien, Südostasien und Lateinamerika verstärkt hat.

 

Während sich die türkische Innenpolitik auf die bevorstehenden Wahlen am 24. Juni konzentriert und die Weltpolitik mit der unerwarteten Annäherung auf der koreanischen Halbinsel beschäftigt ist, stattete Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan Usbekistan, einem der wichtigsten Länder Zentralasiens und Südkorea einen historischen Besuch ab. Diese Reise ist nicht nur gut für die bilateralen Beziehungen, sondern auch für die 360-Grad-Außenpolitik der Türkei und die wachsende Bedeutung, die sie Asien beimisst. Die Türkei hat historische und kulturelle Verbindungen zu den türkischen Republiken Zentralasiens. Seit ihrer Unabhängigkeit in den frühen 1990er Jahren hat sie hervorragende politische und wirtschaftliche Beziehungen zu Aserbaidschan, Kasachstan, Turkmenistan und Kirgisistan aufgebaut. Das fehlende Glied war Usbekistan aus verschiedenen Gründen. Aber das ändert sich jetzt, und Usbekistan nimmt den Platz auf der Weltkarte ein, die es verdient.

 

Unter der Führung von Präsident Shavkat Mirziyoyev öffnet sich Usbekistan, um seine wirtschaftliche Entwicklung und politische Stabilität sicherzustellen. Während Erdoğans Besuch wurden 25 Abkommen in den Bereichen Wirtschaft, Handel, Energie, Bildung, Infrastruktur und anderen Bereichen unterzeichnet. Die Türkei und Usbekistan haben formell den Mechanismus des High Level Strategic Council eingerichtet, den die Türkei bereits mit Russland, dem Iran, dem Irak, Pakistan, Griechenland, Algerien, Tunesien, Serbien und anderen auf der ganzen Welt eingerichtet hat. Dieser Mechanismus wird weitere Impulse für die Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern in allen Bereichen der Zusammenarbeit geben.

 

Türkische Staatsbürger können Usbekistan nun ohne Visum für bis zu 30 Tage besuchen. Türkische Geschäftsleute suchen nach Investitionsmöglichkeiten. Das derzeitige Handelsvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar wird in kurzer Zeit auf 5 Milliarden US-Dollar erhöht. Darüber hinaus wird Usbekistan dem Kooperationsrat der türkischsprachigen Staaten beitreten, um so seine Beziehungen zu anderen Ländern der größeren türkischen Welt zu stärken.

 

Diese Schritte sind ein gutes Zeichen für Usbekistan, da es ein enormes Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung bietet. Mit seiner jungen und dynamischen Bevölkerung von über 30 Millionen Menschen ist Usbekistan das Zentrum der klassischen islamischen und türkischen Kultur und Zivilisation. Im Laufe der Jahrhunderte haben die Städte Semerkand, Buchara, Khiwa und Kharezm unzählige Gelehrte, Philosophen, Künstler und Staatsmänner hervorgebracht, die die traditionelle islamische Zivilisation mit einer Reichweite von Zentralasien bis in den Nahen Osten und den Balkan geprägt haben. Solche muslimischen Koryphäen wie Imam Muhammad al-Bukhari, Imam Maturidi, Biruni und Bahauddin Naqshiband stammen alle aus usbekischen Ländern und legten die Grundlagen der islamischen Zivilisation. Ihre bleibenden Vermächtnisse inspirieren weiterhin das intellektuelle, religiöse und spirituelle Leben von Hunderten von Millionen Muslimen auf der ganzen Welt.

 

Nach Taschkent und Buchara besuchte Erdoğan Südkorea zu einer Zeit historischen Ausmaßes. Die Aufmerksamkeit der Welt liegt auf der Annäherung zwischen Süd- und Nordkorea und der Denuklearisierung der Halbinsel. Erdoğan stattete Südkorea den ersten offiziellen Besuch ab, nur wenige Tage nachdem die beiden koreanischen Staatsoberhäupter sich die Hände geschüttelt hatten, um die jahrelangen Konflikte zwischen den beiden Ländern zu beenden. Dies ist angesichts der historischen Verbindungen der Türkei mit dem koreanischen Volk während des Koreakrieges in den 1950er Jahren ein sehr bedeutender Zufall. In der Tat betrachten sich Türken und Koreaner als "Blutsbrüder" und strategische Partner.

 

Die beiden Länder haben ausgezeichnete politische und wirtschaftliche Beziehungen. Das derzeitige Handelsvolumen beträgt über 7 Milliarden US-Dollar und steigt jedes Jahr weiter an. Koreanische Unternehmen haben in Bereichen wie Kommunikation, Informationstechnologie, Haushaltsgeräte und große Infrastrukturprojekte investiert. Die beiden Länder haben ein enormes Potenzial für Partnerschaften in der Spitzentechnologie. Erdoğans Besuch gab dieser Beziehung mehr Substanz. Usbekistan und Südkorea sind zwei sehr unterschiedliche Länder, aber beide begrüßten Erdoğan und seine Delegation sehr herzlich und freundlich.

 

Beide Länder haben wesentliche Agenden für die Besuche erstellt. All dies zeigt die Bedeutung der globalen Perspektive der Türkei in der Außenpolitik. Wie es in den letzten 16 Jahren der Fall war, sieht die Türkei die Außenpolitik aus einer 360-Grad-Perspektive. Es betrachtet es nicht als Nullsummenspiel. Die Position der Türkei im westlichen Bündnis als NATO-Mitglied hindert sie nicht daran, sich für andere strategische Regionen der Welt zu öffnen. Dies erklärt, warum die Türkei ihre außenpolitischen Aktivitäten in Afrika, dem Nahen Osten, Zentralasien, Südostasien und Lateinamerika verstärkt hat.

 

Diejenigen, die die Außenpolitik als reduktionistisches Unternehmen betrachten, verstehen die globale Perspektive der Türkei möglicherweise nicht. Sie können die Weltpolitik innerhalb der engen Grenzen von Blöcken und Kisten sehen. Aber die Türkei setzt ihre globalistisch-positive Agenda in der Außenpolitik fort.



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