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Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-05)

Die Entwicklung der türkischen Verteidigungsindustrie.

Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-05)

Die Türkei setzt mit der Operation “Olivenzweig” den Kampf gegen den Terror fort. Bei diesem Kampf werden größtenteils einheimische Verteidigungssysteme verwendet. In der heutigen Folge werden wir die bei der Operation “Olivenzweig” eingesetzten, von der Türkei entwickelten und hergestellten Verteidigungssysteme in die Hand nehmen.

Ein Kommentar von Dr. Cemil Doğaç Ipek, Lehrkraft an der Abteilung für internationale Beziehungen der Atatürk Universität.

Die türkische Verteidigungsindustrie legt bei der grenzüberschreitenden Operation in Afrin eine erfolgreiche Prüfung ab. Die sich in den vergangenen Jahren in den Ländern in der Region zeigende Instabilität sowie die Einsatzgebiete der türkischen Armee zeigen den Bedarf nach Erneuerungen im Verteidigungsbereich. Die Vielfältigkeit von Bedrohungen, denen die Türkei gegenübersteht bereichern die Quantität und Qualität der umzusetzenden Projekte. Die Dimension der zunehmenden Bedrohungen erfordert auch die Erhöhung der Abschreckungskraft der türkischen Armee. In den vergangenen 15 Jahren wurde der Export von Produkten der türkischen Verteidigungsindustrie um das 15fache ausgebaut. Außerdem messen die türkischen Streitkräfte einheimischen Produkten großen Wert bei. Seit 2013 wurden von 450 türkischen Produkte in 177 Länder exportiert. In 2017 erreichte die Exportsumme der türkischen Verteidigungsindustrie zwei Milliarden Dollar. Gemeinsam mit dem Export des Luftfahrtsektors belauft sich diese Summe auf 6 Milliarden Dollar.

In 2002 musste die Türkei ihren Bedarf der Verteidigungsindustrie zu 80 Prozent aus dem Ausland decken. In der Gegenwart ging dieser Anteil bis 35 Prozent zurück. Gepanzerte Landfahrzeuge, Systeme gegen Kurz- und Mittelstreckenraketen, unbemannte Luftfahrzeuge, Meeresfahrzeuge für Kampfeinsätze, nachhaltige Produktion von Munitionen, sowie direkte Deckung des Eigenbedarfs bilden für das Konzept zur Verringerung der Abhängigkeit an das Ausland einen wichtigen Faktor. Neben diesen positiven Entwicklungen haben auf der anderen Seite mehrere Länder, aus politischen Gründen der Türkei keine Waffen liefern oder Technologien übertragen wollten, zu dieser Entwicklung geführt. In diesem Prozess hat sich die Türkei  wegen der Einstellung anderer Länder entwickelt, wie es Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sagte. Damit konnte sich die türkische Verteidigungsindustrie unter den führen Ländern der Verteidigungsindustrie etablieren. Zum Beispiel haben die Nato und die Vereinten Nationen, die gemäß der Verbündeten-Regeln, ihren Verpflichtungen gegenüber der Türkei nicht nachkamen, die Verhinderung der Nutzung von Luftverteidigungssystemen zum Vorteil der Türkei, die Verlangsamung von dringenden Projekten zur Modernisierung von Land- und Luftfahrzeugen, eine tiefe Vertrauensfrage zwischen der Türkei und den Verbündeten Ländern ausgelöst. An dem heute angelangten Punkt befinden sich auf der Liste des renommierten Fachmagazins für Verteidigungsindustrie „Defense News“, drei türkische Firmen. Je sichtbar verschiedene Projekte auf globaler Ebene werden, desto mehr wird auch die Zahl der Bestellungen dieser Firmen. Zuletzt wurde mit Pakistan Einigung über den Verkauf des Atak Jagd- und Aufklärungshelikopters erzielt, der mit nationalen Quellen entwickelt wurde. Im Zusammenhang mit dem Verkauf von unbemannten Luftfahrzeugen ist man einer Einigung mit Malaysia sehr nah.

Außerdem wurde mit der Serienproduktion des Panzers Altay begonnen, der im vergangenen Jahr bei der Operation „Schutzschild Euphrat“ wichtige Beiträge geleistet hat. Die Arbeiten an der Entwicklung  des einheimischen Motors werden intensiv fortgesetzt. Die Verteidigungssysteme für die Kurzstreckenraketen Atılgan und Zıpkın können bei niedrigen Höhen eingesetzt werden. Die Serienproduktion des Hisar-A Projekts wird voraussichtlich in 2020 beginnen. Die an Helikoptern und bemannten Luftfahrzeugen einsetzbaren Cirit-Raketen wurden zuletzt bei der Operation „Olivenzweig“ in Afrin eingesetzt und haben den türkischen Streitkräften wichtige Vorteile gebracht. Aber die Entwicklung der türkischen Verteidigungsindustrie erfordert einen langfristigen Prozess. Außerdem sollten wir unterstreichen, dass die meisten Länder, darunter auch die Großmächte, gegenseitig an sich angewiesen sind. In der Verteidigungsindustrie sind nur die USA und Russland unabhängig. Für die Türkei wird es nicht einfach sein, aus Sicht der wirtschaftlichen Größe und der technologischen Infrastruktur mit diesen beiden Ländern zu konkurrieren. Aus diesem Grund erfordert dies einen langfristigen Prozess. Denn kurzfristige Erwartungen werden nicht relevant sein und sie werden der Türkei eine ernste finanzielle Last mit sich bringen. 

Mittel- und kurzfristig können nationale Verteidigungssysteme der Erreichung der regionalen und globalen Ziele der Türkei wichtigen Beitrag leisten.



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