Globale Perspektive (2018-01)

Globale Perspektive (2018-01)

Globale Perspektive (2018-01)

Merhaba meine Damen und Herren.  So Gott will, werden wir jede Woche zusammen sein und gemeinsamen einen langen Weg bestreiten. Das Schreiben ist ein Weg, den der Autor und Leser gemeinsam gehen. Weggefährte zu sein erfordert Respekt, Liebe und Vertrauen. Zudem braucht es Mut, etwas zu verfassen. Wenn Sie schreiben, legen sie ihre ganze Erfahrung dar und öffnen ihre Gedanken und ihr Herz. Das Schreiben ist nicht eine einseitige Mitteilung, sondern ist vielmehr eine Interaktion. Beim Schreiben entdeckt man. Es bringt die jahrelange Erfahrung hervor, von der sie beim Lesen für sich etwas entnehmen und sich der Welt öffnen. Das Schreiben bedeutet Abenteuer. Am Anfang wissen sie nicht, wohin es führen wird. Auch nicht, was sie nach dem Schreiben erleben werden und welche Reflexionen es haben wird…

Wir bringen diesbezüglich eine Bewertung von Prof. Dr. Kudret BÜLBÜL, Lehrkraft an der Fakultät für Politikwissenschaften der Yıldırım Beyazıt Universität.

Bei diesem Abenteuer werden wir viele Orte besuchen und viele Themen anreißen. Manchmal werden wir den Balkan, den Nahen Osten, Kaukasien und Afrika ansprechen. Manchmal werden wir den Schreien der Unterdrückten in Palästina, Krim, Ahıska, Moro und Arakan Gehör schenken. Aber auch werden wir die Stimme einer Familie in Europa sein, der das Kind weggenommen wurde. Manchmal werden wir die Stimme eines im West ausgegrenzten Flüchtlings oder eines Jugendlichen sein, der nicht in die Irre geführt werden will. Was auch ihre Sprache, Hautfarbe oder Rasse sein mag, werden wir in das Bewusstsein derer einreden, die sich um die Menschheit sorgen. Denn die Lage im Westen ist sehr besorgniserregend.  Doch in jeder Situation werden wir versuchen, aus der Welt auf die Türkei zu schauen. Wir werden nicht die Probleme der Türkei, sondern die Probleme der Welt in der Türkei in unserer Rubrik erörtern. Des Öfteren schließen wir uns mit der Agenda im Inland ein und sind Unkenntnis von den Entwicklungen auf der Welt. Da wir nicht wissen, was in anderen Länder vorfällt, können wir nicht sehen, wie fortgeschritten wir sind. Lediglich uns mit der Agenda im Land zu beschäftigen, verhindert es, dass wir die Entwicklungen in der Welt sehen. Zudem übersehen wir, welchen Wert unsere Herzensgeographie beimisst. Da Erbe, was wir besitzen, erfordert es, dass wir den Kopf heben und sehen, was auf der Welt geschieht und welche Hoffnungen auf uns gesetzt werden. Nun, wohin werden wir unseren Blick richten und aus welchem Aspekt werden wir die Welt betrachten?

Wenn wir heute auf die Welt schauen, sehen wir im Grunde drei Probleme, und zwar Ungerechtigkeit, Unfreude am Ausgeben und mit unterschiedlichen Kulturen nicht zusammen leben können. Nun, hat die Menschheit für die Lösung dieser grundlegenden Probleme eine gelebte Erfahrung? Jedem gerecht werdenden, an seinen hungernden Nachbarn denkenden oder eine Tradition, das geschöpfte Wesen ungeachtet der Rasse, Sprache, Religion und Hautfarbe wie Yunis wegen dem Schöpfer liebt? Wenn die Menschheit solch eine Tradition hat, sollten wir nicht den Weg bestreiten, der zuvor nicht gewagt wurde und ungewiss ist, wohin er führt, sondern den Weg bestreiten, die uns zum Frieden bringt. Wahrscheinlich ist der Weg bezüglich Gerechtigkeit, Teilung und Pluralismus, den wir über die westliche Zivilisation gehen können, begrenzt. In diesem Zusammenhang kann uns unsere Zivilisation viel weiter bringen. Unser tausendjähriger Marsch von Chorasan nach Balkan ist für die Lösung der Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, wie ein Leuchtturm, der unseren Weg erhellt.  Aus diesem Aspekt betrachtet, kann gesagt werden, dass bis vor einem Jahrhundert Istanbul, aus Sicht der Menschheit eines der globalsten Orte der Welt ist.

Ein Gedanke, eine Strömung, eine Ideologie oder ein Verständnis, kann nicht in ländlichen Gebieten gediehen, wo die Menschen allein leben, sondern in jenen Orten, wo viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen miteinander leben. 

Denn so haben diese Gedanken, Unterschiede und Gegensätze sich in geeigneten Orten noch mehr zu stärken. In diesem Zusammenhang ist Istanbul in der Ära des Konstitutionalismus und davor ein Ort gewesen, wo sehr viel anders denkende miteinander lebten und diese Gedanken sehr leicht zum Ausdruck bringen konnten.  Istanbul ist ein Ort und eine Möglichkeit, wo die Muslime und Nichtmuslime miteinander leben konnten. Es ist keine Wahrsage zu meinen, dass Istanbul mit diesem Charakter eine Errungenschaft hat, mit der die heutigen Probleme diskutiert werden können. Im 20. Jahrhundert, haben sich die Intellektuellen der Türkei auch als ein Ausdruck der Abkoppelung von der eigenen Zivilisation, zu sehr von der westlichen Zivilisation prägen lassen. Nicht vor allzu langer Geschichte ließen sie sich von gedanklichen Strömungen in Ländern wie Ägypten, Iran und Pakistan inspirieren. Zweifelsohne ist es eine Errungenschaft, die Entwicklungen im Westen und Osten zu verfolgen sowie unterschiedliche Gedanken zu wissen und zu bewerten.

Doch die Entwicklungen in diesen Ländern aufmerksam verfolgenden türkischen Intellektuellen, konnten Istanbul, in der unterschiedliche Kulturen miteinander gelebt hatten und daher eine gedankliche Tiefe herrschte, nicht genügend analysieren. Die mit der Ära der Republik geschehene Einhüllung von Istanbul konnte immer noch nicht wettgemacht werden. Doch wieviele Städte gibt es heute noch, in der die Menschen ihre Kulturen frei ausleben können und nicht ausgegrenzt werden und die Probleme der in anderen Geographien lebenden Menschen ihr eigen nennen. Denn es wäre nicht falsch zu sagen, dass für die Lösung der Probleme benötigte Erfahrung von Istanbul ist. Diese Erfahrung steht wie ein Leuchtturm, der für die Lösung all unserer Probleme wegweisend werden kann. Vielleicht ist es wie der berühmte Historiker Toybee es sagt, die „gestoppte Zivilisation“ die Istanbul-Erfahrung. Mit den Erfahrungen der Zeiten, in denen es nicht gestoppt wurde, kann Istanbul für uns wegweisend sein. Doch gegenwärtig leben wir überwiegend abgekoppelt von dieser Errungenschaft. Wir haben es nötig, wieder zu ihr zurückzukehren und von da aus, wieder voranzuschreiten. Diese Rubrik ist für eine solche Reise. Einerseits ist es die Entdeckung einer solch großen Errungenschaft, und andererseits Suche nach der Lösung für die globalen Probleme unter seinem Licht. Diese Zeilen werden in viele Sprachen übersetzt werden.

Wenn sie wo auf der Welt sie auch leben und aus welcher Rasse, Religion und Sprache sie sind, sagen, dass sie an diesem globalen Marsch teilnehmen wollen. Dann lassen sie uns gemeinsam gehen. Unser Weg ist lang, unsere Zeit zu kurz.


Keyword: Welt , Perspektive , Türkei

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