Aus der Wirtschaftswelt (2017-50)

Aus der Wirtschaftswelt (2017-50)

Aus der Wirtschaftswelt (2017-50)

In den vergangenen Tagen hat die Arbeitsministerin, Jülide Sarıeroğlu mit ihrer Ankündigung von Neuregelungen, die die Leiharbeit betreffen, wichtige Signale für  umfangreiche Veränderungen und Erneuerungen in der Arbeitswelt gegeben. Die in den vergangenen Jahren in der Arbeitswelt des Öfteren zu Problemen führende Zeitarbeit wird damit Geschichte werden. Aufgrund des Willens von öffentlicher und privater Unternehmen wurde ein  bestimmter Teil der Arbeit an unterschiedliche Firmen vergeben, die wiederum dafür Leiharbeiter beschäftigten.  Damit wurden, wenn auch im Park, Garten oder im Teehaus einer Firma beschäftigt, die Arbeitsbedingungen und Gehälter von Leiharbeitern festgelegt.  In diesem Zusammenhang hatte der zeitlich Beschäftigte  überhaupt keine Verbindung mit der öffentlichen oder privaten Firma, bei der er arbeitet. Sie hatten auch überhaupt kein Recht dazu, in irgendeine neue Regelung miteinbezogen zu werden. Doch dem wurde jetzt ein Ende gesetzt. Es wird vorgesehen, dass in der Öffentlichkeit die Angestellten unmittelbar dem Unternehmen verbunden werden, bei dem sie arbeiten.

Diese neue Regelung mit der etwa 850 Tausend Leiharbeiter eine Festanstellung bekommen werden, sollen andererseits auch 450 Tausend Arbeiter einen Arbeitsvertrag erhalten. Bei Institutionen, die im Rahmen der festen Ausgaben im Haushalt definiert werden, sollen die Arbeiter, die bei der Sozialversicherungsanstalt oder İŞKUR beschäftigt werden, den Status 4 B erhalten. Das heißt, dass alle Bürger, die bei diesen Instituten als Leiharbeiter tätig sind, fest eingestellt werden. Daneben soll bei diesen Arbeitern nicht auf Alter, Bildung geachtet und nicht zwischen Haupt- und Nebentätigkeit unterschieden werden. Eine weitere Neuigkeit ist im Zusammenhang mit den  Kommunalverwaltungen. Die kommunalen Behörden beschäftigen etwa 400 Tausend Personen. Somit werden die Firmen, für die die Leiharbeiter in den Kommunalverwaltungen die Arbeit verrichten, wegfallen, wobei diese Arbeiter zu Festangestellten in diesen Firmen werden. Wir können damit sagen, dass mit der neuen Regelung alle Zeitarbeitsfirmen wegfallen werden.

Die Saisonarbeit ist einer der wichtigsten Bereiche im Rahmen dieser neuen Ordnung. Während die Beschäftigungszeit dieser Arbeiter mit 5 Monaten und 29 Tagen befristet war,  wird  mit der neuen Regelung die Arbeitszeigt auf 9 Monate und 29 Tage erhöht.

 

 

Gegenwärtig ist Zeitarbeit weit verbreitet, wobei diese Beschäftigung von einigen Firmen als “ideal” definiert wird. Während die Leiharbeit bei staatlichen Betrieben insbesondere in Gesundheit, Energie und im Bankensektor zu sehen ist, kann gesagt werden, dass auch private Unternehmen sich diese Methode angeeignet haben. Das eigentliche Problem in diesem System ist, dass die Leiharbeiter nicht angemessen bezahlt werden und sie keine soziale Absicherung haben. Es ist offensichtlich, dass beim System der Zeitarbeit keine auf gegenseitiges Vertrauen beruhende Arbeitsdisziplin gibt. Für eine Effektivität dieses Systems ist es notwendig, dass der Arbeitgeber den Arbeitern die besten Arbeitsvoraussetzungen schafft. Doch in Anbetracht der Praxis ist zu sehen, dass dieses System in der Türkei nicht effektiv läuft. Denn es führt zu ernsthaften sozioökonomischen Problemen, dass die Leiharbeiter in derselben Firma unabhängig vom eigentlichen Arbeitgeber sind und darüber hinaus sie unterschiedliche Arbeitsbedingungen und Gehälter haben. Aus diesem Grund bietet diese neue Regelung im Zusammenhang mit der  Zeitarbeit wichtige Lösungswege. Damit kommt eine reformartige Regelung, mit der in der Öffentlichkeit eine Gleichberechtigung zwischen den Arbeitern gibt und alle Beschäftigten durch soziale Absicherung  gedeckt werden. Die Abschaffung der Zeitarbeit wird in der Türkei damit die wichtigste Regelung bei der Arbeitswelt sein, die bis dahin verwirklicht wurde.

Wenn auch die Arbeiten für diese neue Regelung auf eine lang Zeit zurückgehen, konnten sie wegen des gescheiterten Putschversuchs vom 15. Juli nicht zu einen Ergebnis gebracht werden. Im Endeffekt steht heute ein wichtiges Thema auf der Tagesordnung. Wir befinden uns vor einer neuen Ära, bei der die Leiharbeiter einen neuen Status erlangen  und bezüglich der Dienstleistungen in der Öffentlichkeit neue Regelungen geschaffen werden. Wir gratulieren schon jetzt allen Leiharbeitern.



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