Aus der Wirtschaftswelt (2017-46)

Aus der Wirtschaftswelt (2017-46)

Aus der Wirtschaftswelt (2017-46)

Das Ersparte ist die Finanzquelle für die Investitionen, das beim Wirtschaftswachstum die antreibende Kraft ist. Jedes Land braucht neben Investitionen auch Ersparnisse. In Ländern, in denen die Investitionen höher sind als die  Spareinlagen, wird das Ersparte weniger werden,  wenn die Investitionen getätigt werden. Wenn es kein Kapitalzufluss für den Abbau dieses Defizits vorhanden ist, könnten fehlende Investitionen eine Bremse für das Wachstum sein. Da es eines der wichtigsten Ziele von Schwellenländern ist, stabile und nachhaltige Wachstumszahlen zu erreichen, können sie dieses Risiko nicht eingehen. Stattdessen würden sie versuchen, dieses Defizit mit Auslandsverschuldung und ausländischem Kapital wettzumachen. Da die Türkei beispielsweise im Jahre 2016 einen Anteil von 28,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) den Investitionen bereitgestellt hat, ist der Bedarf für Spareinlagen im gleichen Prozentsatz entstanden.

Doch im Jahre 2016 lag der Prozentsatz für Spareinlagen bei 24,9 Prozent. In solchen Situationen, in denen das gesamte Kapital vom Ersparten aus dem Inland nicht gedeckt werden kann, werden direkte Investitionen über ausländische Spareinlagen oder über Auslandsverschuldung gewährleistet. Es ist eine bessere Alternative die Investitionen über ausländische Spareinlagen zu decken als über ausländisches Kapital. Denn die durch ausländisches Kapital getätigten Investitionen machen die Wirtschaft vom Ausland abhängig. Daher wird die Wirtschaft des Landes von jeder globalen Schwankung leicht beeinträchtigt und daher geschwächt werden. Aus diesem Aspekt sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass in der Vergangenheit die hohen Schulden die Türkei zu ernsthaften Problemen geführt haben. Die türkische Wirtschaft hat in den vergangenen 15 Jahren bezüglich der Spareinlagen wichtige Entwicklungen verzeichnet. Während der Anteil von öffentlichen Ersparnissen zum Bruttoinlandsprodukt bei -4,7 Prozent lagen, ist es im Jahre 2016 auf 2,7 Prozent gestiegen. Da die inländischen Ersparnisse sowohl die einheimische Produktion steigern als auch die Abhängigkeit an Import verringern, haben sie einen direkten Zusammenhang mit dem Abbau des Außenhandelsdefizits.

Daher kann das Problem dieses Defizits nur durch inländische Ersparnisse vollständig gelöst werden.

Wie kann noch mehr gespart werden?

Wenn Individuen und Institutionen ihre Ersparnisse im Finanzsystem bewerten, wird mit hohen Spareinlagen sowohl den Bürgern als auch der Wirtschaft des Lands ein enormer Beitrag geleistet werden. Man kann auch das private Rentensystem in diesem Zusammenhang bewerten.

Das private Rentensystem, das den Wohlstand von Individuen erhöht, führt auch zu steigenden Investitionen. Um die Ersparnisse bestmöglich zu bewerten, sollten zunächst die Finanzkenntnisse erhöht werden. Vor allem sollten die Bürger darauf verzichten, ihre Ersparnisse vom Finanzsystem fernzuhalten.  Denn so nützen diese Ersparnisse weder den Individuen noch der Wirtschaft des Landes. In diesem Zusammenhang ist eine der neuesten und aktuellsten Praktiken, die vom Schatzamt eingeführt wurde, auf Staatsanleihen basierendes Gold. Mit der  zur Gewinnung von unrentablen Ersparnissen von Bürgen für die Wirtschaft verabschiedeten Politik konnten bislang mehr als zwei Tonnen Gold eingesammelt werden. Im Gegenzug sind Staatsanleihen ausgehändigt worden.

Ein weiteres Projekt, wodurch zum Sparen animiert und die Kapitalmärkte ausgeweitet werden soll, ist das Istanbul Finanzzentrum. Das Projekt, das es sich zum Ziel gesetzt hat, Istanbul zu einem internationalen Finanzzentrum zu verwandeln und mehr Kapital aus dem Ausland anzulocken, wird auch eine wichtige Quelle für den Kapitalbedarf sein. Je höher die als einer der wichtigsten Bausteine bezeichneten Ersparnisse sind, desto leichter wird es für den Gesetzgeber sein, die Hürden zu beseitigen und mehr  Spielraum zu verschaffen. Jeder Schritt für die Erhöhung von Ersparnissen wird sowohl für die Stabilität der Wirtschaft als auch für den Aufstieg der Türkei von der mittleren Einkommensgruppe in die hohe Einkommensgruppe eine Road-Map sein.



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