Aus der Wirtschaftswelt (2017-44)

Aus der Wirtschaftswelt (2017-44)

Aus der Wirtschaftswelt (2017-44)

Die Denkfabrik “Bruegel” mit Sitz in Europa hat ein Bericht mit der Überschrift “Eine neue Strategie für Zusammenarbeit in Energie zwischen der Türkei und EU” veröffentlicht. Der Bericht weist hinsichtlich der Kapitel und dem Inhalt auf wichtige Punkte hin, die den Beziehungen zwischen der Türkei und EU eine neue Dimension verleihen und für wichtige Kooperationen den Weg ebnen könnten. In dem Bericht wird auf die strategische Bedeutung der Türkei in Nahost und im Kaspischen Gebiet, wo sich die wichtigsten Öl- und Gasvorkommen der Welt befinden, hingewiesen.  Ferner wird auf die Schlüsselrolle der Türkei bei der Gewährleistung der Sicherheit des Energieangebots der EU verwiesen. Bekanntlich hat die Türkei wegen ihrer geographischen Lage ohnehin eine strategische Bedeutung. Die Nähe der Türkei zum Europa mit der größten Nachfrage an Energie macht sie immer mehr zum wichtigsten Akteur im Gashandel. Natürlich haben dabei die Projekte TANAP und Turkish-Stream einen großen Anteil.

Während diese Projekte Europa die Gelegenheit bieten, über die Türkei Gas zu importieren, haben sie andererseits den Vorteil mit einem kontinuierlich wachsenden Land wie die Türkei in Zusammenarbeit zu sein. Die Projekte TANAP und Turkish Stream, die den Ost-West-Gaszufluss gewährleisten werden, werden auch dafür sorgen, dass noch mehr Gas nach Europa gepumpt wird. In dem Bericht wird bezüglich der Steigerung der Kapazität darauf hingewiesen, dass das Gas, das über die Türkei nach Europa transportiert wird, auf einen Anteil von 0,15 Prozent des Gesamtbedarfs von Europa zukommt. Nach Fertigstellung von TANAP und Turkish-Stream werde es auf 2,48 Prozent steigen. Hierbei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die Türkei neben der Steuerung des Erdgastransports auch mit der steigenden Kapazität ihre strategische Lage stärken wird. Ein anderer auffallender Punkt im Bericht ist der, dass die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und EU in erneuerbarer Energie und Energie-Effizienz nicht so entwickelt ist, wie im Gas- und Stromsektor. Es gibt keinen Grund dafür, dass einer der Zusammenarbeitsbereiche bei den bilateralen Beziehungen nicht erneuerbare Energie werden kann. Im Gegenteil, es scheint eine große Möglichkeit zu sein, dass die Projekte der Türkei in erneuerbarer Energie und effektive Nutzung der Energie die Europäische Investmentbank, die EU-Kommission sowie die Europäische Bau- und Entwicklungsbank unterstützen.

Die Türkei, die hinsichtlich Wasser-, Geothermal-, Wind- und Sonnenenergie im Vergleich zu den EU-Ländern eine sehr vorteilhafte Lag hat, bereitet sich darauf vor,  mit der im Rahmen der Energiepolitik ins Leben gerufenen Strategie für Erneuerbare Energiequellen (YEKA) eine der erfolgreichsten Praktiken weltweit umzusetzen. Die Türkei, die fest entschlossen ist, das hohe Potenzial an erneuerbarer Energie zu nutzen, hat im März im Rahmen der YEKA die größte Solaranlage des Landes und im August den Bau einer Windkraftanlage ausgeschrieben. Diese zwei Projekte, die den Investitionen für erneuerbare Energie in der Türkei einen gewissen Schwung verleihen werden, stießen auf großes Interesse sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland. Es ist insbesondere das große Interesse von europäischen Investoren zu beobachten, die das große Potenzial der Türkei in erneuerbarer Energie nutzen wollen, was wir an Konsortium mit deutscher Beteiligung sehen, das den Auftrag für den Bau der Windkraftanlage erhalten hat. 

In diesem Zusammenhang kann gesagt werden, dass die YEKA-Strategie eine Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und EU im Energiebereich geschaffen hat. Ein weiteres  Kapitel im Bericht ist, dass die EU im Bereich der nuklearen Energie einen Beitrag leisten kann.

Neben der Nuklearanlage in Akkuyu, deren Bau im kommenden Jahr beginnen soll und einer weiteren geplanten Nuklearanlage in Sinop gibt es bezüglich Nuklearenergie wichtige Vorstöße. In diesem Zusammenhang kann gesagt werden, dass mit den geplanten und laufenden Projekten dieses Thema den Energiedialog zwischen der Türkei und EU im Lichte neuer Zusammenarbeit ausbauen und bereichern wird. Im Endeffekt wird jeder Schritt zwischen der Türkei und EU im Energiebereich sowohl die gegenseitige Zusammenarbeit stärken als auch die Türkei dem Ziel, in Energie sich zu einem zentralen Land zu entwickeln, einen Schritt weiterbringen.

 

 



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