Türkei-Agenda (2017-38)

Ein Kommentar von Erdal Şimşek über die Lage der Rohingya-Muslime.

Türkei-Agenda (2017-38)

Seit Monaten wird eine Minderheit, im eigenen Land systematisch massakriert, deren Häuser und Wohngebiete in Brand gesetzt. Es ist nicht nur damit begrenzt. Es werden, Kinder, Frauen und ältere Menschen verbrannt oder mit Säbeln getötet. Kinder und alte Menschen werden in wilde Gewässer gestoßen, die dort ertrinken. Diese Grausamkeiten werden von buddhistischen Mönchen, Soldaten und Zivilisten begangen, die vom Staat und der Staatsführung unterstützt werden. Es handelt sich nicht nur um ein Massaker an Rohingya sondern an der Menschheit. Alle internationale Organisationen, darunter auch die Vereinten Nationen haben gegenüber diesem Massaker geschwiegen. Obwohl es sich bei den Rohingya um Muslime handelt, haben die muslimischen Länder geschwiegen.

Nur Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan zeigte Reaktion gegen dieses Massaker und brachte dieses Thema auf die internationale Tagesordnung. Die Europäische Union und die westlichen Staaten, die gegenüber Menschenrechte, Umwelt und Menschenrechte sehr sensibel sind, haben keine Reaktion gezeigt. Die ganzen europäischen und westlichen humanitären Werte werde seit etwa 35 Jahren wieder vom Westen massakriert. Nun hat der Westen nichts mehr zu argumentieren. Immer wenn der Westen, besonders die Europäische Union von Menschenrechte und Demokratie spricht, weiß jeder, dass sich im Hintergedanken, wirtschaftliche Interessen verbergen.

Der Westen wird als eine Zivilisation in die Geschichte eingehen, die ihre eigenen Werte zerstört. Ich fürchte, dass wir Augenzeuge dieses Dramas werden. Der Westen hat sozusagen sein eigenes Ende vorbereitet, indem es mitten in Europa dem Massaker der Serben an die Bosniaken tatenlos zugesehen hat. Dann die Einstellung gegenüber dem Bürgerkrieg in Libyen, und natürlich die Besatzung des Irak und Afghanistans mit unwahren Behauptungen, womit das Vertrauen gegenüber dem Westen erschüttert wurde. Mit der Haltung gegenüber dem arabischen Frühling verschwand auch der letzte Schimmer an Hoffnung. Im Zusammenhang mit dem Sturz des auf demokratische Wege gewählten ägyptischen Staatspräsidenten Muhammed Mursi, nahm der Westen seine Position an der Seite der Putschisten ein. Das war meiner Ansicht nach, der letzte Atem der westlichen Werte. Sie öffneten den Putschisten die Türen, die den auf demokratische Wege gewählten türkischen Staatspräsidenten stürzen wollten. Das war das jüngste Ereignis der doppelmoralischen Einstellung des Westens.

Die Soldaten, die sich an dem Putschversuch in der Türkei beteiligten, hatten hunderte Zivilisten getötet und tausende weitere verletzt. Westliche Staaten und die EU haben diese Terroristen umarmt und ihnen allen den Flüchtlingsstatus erteilt. Es stört nun niemand mehr, dass der Westen heutzutage dem Massaker an Rohingya-Muslime tatenlos zusieht. Denn die Menschen wissen nun, dass Werte wie Demokratie, Gleichberechtigung, Menschenrechte, Ethik und andere nur ein für die Interessen des Westens benutzte Mittel sind. Das was in Myanmar passiert ist nichts anderes als die Stellvertreterkriege in Syrien, im Irak und in Libyen. Die größte militärische und wirtschaftliche Macht des Westens, will nicht, dass China zu einer Wirtschaftsmacht aufsteigt und die Seidenstraße ins Leben gerufen wird.

Mehr als die Hälfte des chinesischen Seehandels wird über die Straße von Malakka verwirklicht. In diesem Gebiet befinden sich die Erdgas- und Erdölrohrleitungen, die nach China führen. Eine Bedrohung dieser beiden Rohrleitungen wird die chinesische Wirtschaft zerbrechlich machen. Diese beiden Pipelines führen über die Strasse von Malakka. Seit der Unabhängigkeit des myanmarischen Staates wird Druck auf Rohingya-Muslime ausgeübt. Aber seit 2010 wird dieser Druck ausgeweitet erreichte die Dimension eines Massakers und einer ethnischen Säuberung. Gewalt löste weitere Gewalt aus. Plötzlich trat eine mit modernen und teuren Waffen ausgestattete Terrororganisation auf. Diese Terrororganisation sollte sich angeblich für die Rechte der Völker von Rohingya einsetzen. Aber bei jeder Aktion wurden Rohingya getötet oder vertrieben. Weil die wichtigsten Rohrleitungen von China und etwa 80 Prozent des Handels über dieses Gebiet verwirklicht wird, griffen die wirtschaftlich starken Länder, die es als eine Bedrohung sahen, zu neuen Lösungswegen.

Es stellte sich heraus, dass die westlichen Mächte, die zur angeblichen Massenvernichtungswaffen in Afghanistan und im Irak einmarschierten, ganz andere Absichten haben. Ist es nicht merkwürdig, dass sich die Soldaten der westlichen Staaten immer noch in diesen Ländern aufhalten? Der in 1991 vom Westen in Nahost begonnene Stellvertreterkrieg ist leider auf Asien übergesprungen. Ich hoffe, dass der myanmarische Staat mit gesundem Menschenverstand handelt und sich aus dieser Spirale befreit. Mit einem Genozid an den Rohingya-Muslimen wird versucht, die Sicherheit, sowie das ethnische und politische Gleichgewicht der Region zu ändern. Es ist sehr deutlich, dass diese Entwicklungen nicht mit den Rohingyas begrenzt bleiben werden. Ich hoffe und wünsche mir, dass diese Welt nicht mehr für Stellvertreterkriege ausgenutzt wird.


Keyword: Rohingya , Myanmar

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