Aus der Perspektive der Türkei (2017-37)

Ein Jahr nach der Operation „Schutzschild Euphrat“.

Aus der Perspektive der Türkei (2017-37)

            Mit der am 24. August 2016 zur Säuberung der südlichen Grenzen von den Terrororganisationen DAESH und PKK eingeleiteten Operation „Schutzschild Euphrat“ wurde einerseits der Terrormiliz DAESH ein schwerer Schlag versetzt und andererseits der PKK-Plan zur Öffnung eines Terrorkorridors zum Mittelmeer verhindert. Die Operation dauerte sieben Monate und wurde nach einer Erklärung des nationalen Sicherheitsrates am 29. März 2017 beendet. Derzeit wird wiederholt zur Sprache gebracht, dass die Türkei in den kommenden Tagen eine ähnliche Operation einleiten könnte

          Die Operation „Schutzschild Euphrat“ wurde von den türkischen Streitkräften und der Freien Syrischen Armee durchgeführt. Am 24. August 2016 marschierten türkische Panzereinheiten ins Turkmenen-Gebiet Dscharablus ein. Die Operation „Schutzschild Euphrat“ hatte zwei strategische Ziele. Erstens die Terrormiliz DAESH von der Grenze zur Türkei zu entfernen, um ihr dadurch einen schweren Schlag zu versetzen. Zweitens sollte verhindert werden, dass die Terrororganisation PKK die in Syrien kontrollierten Gebiete mit einander verbindet. Bei der Operation „Schutzschild Euphrat“ wurden diese beiden strategischen Ziele erreicht.

          Mit der Operation „Schutzschild Euphrat“ wurde im Dreieck zwischen Azez, Bab und Dscharablus südlich von Aleppo ein 2300 Quadratkilometer großes Gebiet von Terrororganisationen gesäubert. Nach vierjährigen Krieg und DAESH-Unterdrückung begann für die Zivilbevölkerung wieder ein normales Leben. Ein weiteres Ziel der Operation „Schutzschild Euphrat“ war die Errichtung von Sicherheitszonen, die für die Flüchtlinge, die zurückkehren wollen und die oppositionelle Zivilbevölkerung einen sicheren Zufluchtsort bieten sollten. Auch wenn die militärische Dimension der Operation „Schutzschild Euphrat“ vorerst abgeschlossen worden ist, hält die politische sowie humanitäre Dimension noch an. In der Zwischenzeit wurden in Dscharablus, Cobanbey, Bab und Azez zivile Projekte eingeleitet. In dem Gebiet wurden einige wichtigen und großen Fortschritte verzeichnet. Aber wegen der großen Zahl von Menschen aus anderen Gebieten, herrscht ein demographisches Durcheinander. In einer Atmosphäre, in der Produktionsmöglichkeiten sehr beschränkt und wirtschaftliche Aktivitäten von ständiger Unterstützung abhängig sind, ist es nicht sehr einfach, den Alltag schnell wieder zu normalisieren. Die Region benötigt Zeit. Aber dank der Türkei hat die Region einen starken Schutz und ist sicher. Aber damit sich die Region vollkommen erholt sind jahrelange wirtschaftliche und gesellschaftliche Umwandlungen nötig.

          Mit der intensiven Unterstützung und Investitionen der Türkei ist in der Region ein gesellschaftlicher Einklang geschaffen worden. Dies muss für alle Regionsländer ein Modell darstellen. Es wird zu keiner Lösung führen, wenn nach dem Krieg die Region Menschenleer gemacht, die demographische Struktur systematisch und mit Gewalt verändert oder die örtliche Bevölkerung zur Umsiedlung gezwungen wird. Wie durch die Operation „Schutzschild Euphrat“ könnte mit zivilen Maßnahmen der Alltag der Zivilisten wieder hergestellt werden. In diesem Zusammenhang könnten die USA und Russland aus der Operation „Schutzschild Euphrat“ Lehren ziehen. Beispiele einer Zwangsumsiedlung wie in den von der Terrororganisation PKK kontrollierten Gebieten wurden in dem Gebiet der Operation „Schutzschild Euphrat“ nicht erlebt. Ganz im Gegenteil siedeln die Menschen in das Gebiet der Operation „Schutzschild Euphrat“ um.

          Also am 24. August 2016 hat die Türkische Republik als Wendepunkt im Kampf gegen die Terrormiliz DAESH die Phase des direkten Eingriffs begonnen und die Operation „Schutzschild Euphrat“ eingeleitet. Dabei bezog sich die Türkei auf Paragraph 51. der Charta der Vereinten Nationen, der den Angriff gegen DAESH-Elemente berechtigt, die die türkischen Territorien angegriffen hatten. Aus diesem Grund entspricht die Operation „Schutzschild Euphrat“ auch dem internationalen Recht. Die Operation „Schutzschild Euphrat“ hat die Abschreckungskraft der Türkei erhöht und ein gutes Modell geschaffen.  

            Die Operation „Schutzschild Euphrat“ ist nicht nur ein Ergebnis, sondern vielmehr der erste Schritt der Türkei und ihrer Verbündeten im Kampf gegen den Terror. Deshalb darf es niemanden überraschen, wenn die Operation „Schutzschild Euphrat“ mit unterschiedlichen Namen und Mittel fortgesetzt werden sollte. Nach der Säuberung der Grenzregion von der Terrormiliz DAESH stellen die syrischen Ableger der Terrororganisation PKK für die Grenzsicherheit und Landessicherheit der Türkei die größte Bedrohung dar. In diesem Zusammenhang werden die folgenden Phasen der Operation „Schutzschild Euphrat“ zweifelsohne die Terrororganisation PKK/PYD/YPG zum Ziel haben. Hier wiederum werden die Waffenlieferungen der US-Administration für die PKK, den Partner bei der Rakka-Operation sowie die Versuche den Kampf der Türkei gegen die PKK im Norden zu verhindern, weiterhin die größten Probleme in den Beziehungen zwischen Ankara und Washington darstellen.



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