Aus der Perspektive der Türkei (2017-30)

Gefahr für den Westen: Ausländische Terrorkämpfer von PYD/YPG.

Aus der Perspektive der Türkei (2017-30)

          Die Bezeichnung „ausländische Terrorkämpfer“ kam in 2014 mit der raschen Ausbreitung der Terrororganisation DAESH in Syrien und im Irak an die Tagesordnung. Der Aufruf von DAESH an die Sympathisanten in der ganzen Welt zur Teilnahme an dem Krieg in der Region hatte zur Folge, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 24. September 2014 unter dem Titel „ausländische Terrorkämpfer“ die Resolution 2178 veröffentlichte. In der Resolution wird die Bezeichnung „ausländische Terrorkämpfer“ folgenderweise definiert: „ausländische Terrorkämpfer sind Personen, die in einem anderen Land leben oder von dem Land in dem sie leben in ein anderes Land reisen, um dort Terroraktionen zu verüben, zu planen, vorzubereiten oder daran teilzunehmen; oder aber um für Terroraktionen ausgebildet zu werden oder Terroristen ausbilden“.

          Nach der stärker werdenden DAESH-Präsenz in Syrien nahmen aus verschiedenen Ländern hunderte „ausländische Terrorkämpfer“ an der Terrororganisation PKK/PYD teil. Aber die westlichen Staaten waren daran desinteressiert. Mit verschiedenen Definitionen wie Freiwillige Kämpfer und Söldner wurde das Thema verharmlost. Der Westen war lediglich an den „ausländischen Terrorkämpfern“ interessiert, die an Terrororganisationen mit radikalextremistischen Glaubensmotiv teilnahmen. Gegen die Personen aus dem Westen und Europa, die an der PYD teilnahmen, wurden keine Ermittlungen eingeleitet. PKK/PYD veröffentlichte über das Internet und die sozialen Netzwerke Einladungen, in denen Ausländer zum Kampf gegen DAESH aufgerufen wird. Etwa 500 „ausländische Terrorkämpfer“ aus Großbritannien, den USA, Kanada, Australien, Deutschland, Dänemark, Griechenland, Finnland, Frankreich und sogar China nahmen an PKK/YPG teil. 17 von diesen „ausländischen Terrorkämpfern“ wurden bei Gefechten in der Region getötet.

          Für die Terrororganisation PKK ist die Gründung eines kurdischen Staates gegenwärtig zum Mittel geworden, um den internationalen Sozialismus zu verbreiten. Derzeit gibt es in den PKK/PYD-Reihen hunderte linksradikale Militante, die im bewaffneten Kampf, organisierten Verbrechen und Gewalt geübt sind und früh oder spät mit ihren radikalen Ideen in den Westen zurückkehren werden. Die historischen Bande und Verbindungen der PKK mit linksradikalen Gruppen in Europa sind jedem bekannt. Deshalb stellen diese „ausländischen Terrorkämpfer“ für die Sicherheit des Westens und die internationale Ordnung eine nicht geringere Gefahr dar als die anderen „ausländischen Terrorkämpfer“.

          Die Begründung des Westens für die Unterstützung für PYD ist der angebliche „Säkularismus“ von PYD. Aber dies ist eine fehlerhafte Wahrnehmung. Denn der Säkularismus von PYD hat mit dem westlichen Säkularismus- und Demokratieverständnis des modernen Westens wenig gemeinsam.

          PYD verfolgt den Säkularismus des sowjetischen Politbüros und der Kommunistischen Partei Chinas. Deshalb wird sich der PYD-Säkularismus beim Wiederaufbau Syriens nicht in einen wirtschaftlichen und politischen Liberalismus umwandeln. Die sozio-politische Struktur und das wirtschaftliche Produktionsmodell von PYD beruht auf Kommunen im Rahmen eines maoistischen Paradigmas. Es ist ein großer Fehler zu erwarten, dass auf den von PYD kontrollierten Territorien in Syrien eine dem Westen ähnliche Struktur entstehen wird. In diesen Regionen wird es niemals freie Marktwirtschaft, Individualität, Meinungsfreiheit und Liberalismus geben. Denn PYD träumt von einer Kommunal-Utopie und definiert sich mit den Begriffen „Neo-Maoist“ und „Neo-Stalinist“.

          Die westlichen Staaten sehen die Terrororganisation DAESH sowohl für Syrien und Irak als auch den Rest der Welt als größte Bedrohung. Das ist eine richtige Diagnose. Aber die Personen, die in den PKK/PYD-Reihen gegen DAESH kämpfen, werden vom Westen nicht als „ausländische Terrorkämpfer“ betrachtet. Das wiederum ist ein großer Fehler.  

            Gibt es eine Garantie, dass nach dem Ende des Kampfes gegen DAESH die „ausländischen Terrorkämpfer“ in PKK/PYD-Reihen gemeinsam mit PYD-Terroristen keine Terroranschläge in der Türkei oder anderen Ländern verüben? Was wird mit diesen Personen, nach dem Syrien und der Irak von DAESH gesäubert worden ist? Wer kann sagen, dass diese mit marxistisch-leninistischer Identität bekannten Personen, zurück in den Herkunftsländern im Westen, keine Terrorgefahr für andersdenkende Gruppen darstellen werden? Der Westen muss endlich Maßnahmen ergreifen und die Unterstützung von PYD/YPG einstellen. Die westlichen Staaten müssen bedanken, dass die in den PYD/YPG-Reihen kämpfenden Personen eines Tages als potentielle „Josef Wissarionowitsch Stalin“ in ihre Herkunftsländer zurückkehren können.  



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