Aus der Wirtschaftswelt (2017-19)

Aus der Wirtschaftswelt (2017-19)

Aus der Wirtschaftswelt (2017-19)

Nach einem JA beim Referendum am 16. April in der Türkei hat unverzüglich der Wandelprozess begonnen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Auslandsreisen, die wegen der intensiven Tagesordnung in der Innenpolitik ausgesetzt wurden, mit den Visiten nach Indien und Russland wieder aufgenommen. Die mit Indien und Russland begonnenen Reisen sollen mit China und den USA fortgesetzt werden. In der Innenpolitik steht der Türkei vor dem Übergang in ein neues System. Die Auslandsreisen von Staatspräsident Erdogan geben die Signale dafür, dass auch in der Außenpolitik eine neue Ära begonnen hat. Bei den Visiten in diese Länder, die unter den größten Wirtschaften der Welt aufgezählt werden, treten die  Kontakte mit den Global-Players des internationalen Handels in den Vordergrund. Die Türkei befindet sich als ein Land, das im Norden von Russland, im Süden von Nahost, im Westen von Europa und im Osten von Asien umgeben ist, im Zentrum dieser Bevölkerungen, Kulturen, Wirtschaften und Handelsrouten. Die Türkei versucht die Gelegenheiten, die insbesondere in den vergangenen Jahren durch ihre geographische Lage entstanden, in Chancen zu verwandeln.

Dass die Türkei durch Nutzung ihrer zentralen Lage mit Ländern wie Russland, China und Indien gute wirtschaftliche Beziehungen pflegt, ist von besonderer Bedeutung. Indien, das Staatspräsident Erdogan als erstes besuchte, ist die siebtgrößte Wirtschaft der Welt und eines der wichtigsten Länder des internationalen Handels.

Daher sind wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie Steigerung von Handel und Investitionen für den sicheren Verlauf der Beziehungen zwischen beiden Ländern mittelfristig von großer Bedeutung. Die einheimischen Währungen, die gegenwärtig im Außenhandel der Länder ein wichtiges Potential haben, sind auch bei den Handelsbeziehungen zwischen der Türkei und Indien ein zentrales Thema. Die Steigerung des Handelsvolumens mit einheimischen Währungen, die im internationalen Handel viele Möglichkeiten und Erleichterungen bieten, kann bei Nutzung durch Türkei und Indien im Handel neue Gleichgewichte bringen.  Unterdessen war bei den Gesprächen ein weiteres wichtiges Thema die Neuformierung des UN-Sicherheitsrates. Erdogan wies daraufhin, dass eine Wirtschaftsmacht wie Indien mit seinen 1,7 Milliarden Einwohnern, einen wichtigen Anteil der Weltbevölkerung repräsentiert.  Daher müsse das Land im UN-Sicherheitsrat vertreten sein. Ausgehend vom Argument des Staatspräsidenten, “Die Welt ist grösser als die Fünf” sollte die Mitgliedschaft Indiens im UN-Sicherheitsrat für den Bedarf der UN an Reformen als eine Lösungsalternative gesehen werden. Nach Indien besuchte Erdogan Russland.

Dass beide Länder mit dem Handelsvolumen und den Energieressourcen der Sicherheit des Angebots beitragen, macht die Türkei und Russland in der Außenpolitik zu zwei wichtigen Akteuren. Mit dem Türkei-Besuch von Putin im Oktober des vergangenen Jahres wurde zwischen beiden Ländern das Abkommen für den Bau der Gaspipeline „Turkish-Stream“ unterzeichnet.  Damit wurde auch der erste Schritt für die Transfer-Route beim Gashandel zwischen beiden Ländern gesetzt.

Es wird erwartet, dass mit dem Besuch von Staatspräsident Erdogan die Zusammenarbeit und die Stabilität in den Bereichen Wirtschaft, Handel und Energie zwischen beiden Ländern in den Vordergrund tritt. Das nächste Reiseziel China ist indes mit seinem Bruttoinlandsprodukt die zweitgrößte Wirtschaft der Welt. Unterdessen plant China mit der Seidenstraße, die Asien und Europa über Land und Meer verbinden wird, das Handelsgleichgewicht zu ändern. Die Türkei, die für die Seidenstraße von geopolitischer Bedeutung ist, möchte mit der geplanten Eisenbahnstrecke sich in dieses System integrieren. Die von Staatspräsident Erdogan mit aufstrebenden Wirtschaften angestoßene Zusammenarbeit ist für die Türkei von lebenswichtiger Bedeutung und wird für die kommende Periode der Vorbote wichtiger Änderungen sein.



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