Aus der Perspektive der Türkei (2017-18)

Die grenzüberschreitenden Operationen der Türkei gegen die Terrororganisation PKK.

Aus der Perspektive der Türkei (2017-18)

          Staatspräsident Erdogan und die türkischen Funktionäre erklären seit geraumer Zeit, dass die Türkei eine Existenz der Terrororganisation PKK im Irak und in Syrien nicht zulassen wird. Die Ausweitung des Einflussgebiets der Terrororganisation im Sincar-Gebiet ist eine der roten Linien der Türkei. Deshalb leitete die Türkei in der Nacht vom 24. auf den 25. April um 02.00 Uhr Ortszeit im Irak und in Syrien zeitgleich eine Luftoperation ein.

          Bei der Luftoperation der Türkei sind am Sincar-Berg im Norden Iraks mindestens 40 Terroristen und am Karacok-Berg im Nordosten Syriens 49 Terroristen getötet worden, darunter vier Anführer. Am Karacok-Berg wurden zudem mehr als 90 Terroristen verletzt. Darüber hinaus wurden im Kampf gegen den Terror in der Woche der Operation 112 Terroristen außer Gefecht gesetzt. Ferner wurden zahlreiche Waffen, dazugehörende Munition, eine Flugabwehrrakete und mehrere Dutzend Handgranaten sichergestellt. Außerdem wurden 109 Sprengsätze entschärft und etwa 7.500 Kilogramm Ammoniumnitrat vernichtet. 

          Karakoc liegt in der Nähe zur türkischen Grenze. Sincar hingegen liegt in der Nähe zur irakischen und syrischen Grenze. Grund für die Militäroperation der Türkei war die Zerstörung der Unterschlupfe der PKK, von denen die Terroranschläge gegen die Türkei verübt wurden. Mit dieser Operation zerstörte die Türkei einerseits die Angriffszentren der Terrororganisation und andererseits wurde eine mögliche Veränderung der Landkarte verhindert.

          Für die Türkei ist eine stärkere Existenz der PKK im Irak und in Syrien eine Bedrohung. In diesem Zusammenhang kann die Luftoperation der Türkei als eine grenzüberschreitende Ausweitung des Antiterrorkampfes im eigenen Land bewertet werden. Die seit langer Zeit anhaltenden Operationen gegen den Terror sind sehr erfolgreich gewesen. Die türkischen Streitkräfte führten im Herbst und Winter gegen die Terrororganisation PKK nicht nur Operationen in den Städten, sondern auch in ländlichen Gebieten unermüdlich durch. Mit diesen Operationen wurde der Terrororganisation ein schwerer Schlag versetzt. Mit technologischer Unterstützung wurde auf die PKK großer Druck ausgeübt. Um noch ein effektiveres Resultat zu erzielen waren auch grenzüberschreitende Operationen notwendig.

          Diese grenzüberschreitenden Operationen haben gezeigt, dass die Türkei bei Bedrohungen, egal aus dem Irak oder Syrien, Maßnahmen gegen die PKK ergreifen kann. Die von der Türkei wahrgenommene und von der PKK ausgehende Bedrohung mit Ursprung aus dem Irak und Syrien muss endlich auch von dem Nato-Verbündeten und strategischen Partner, den USA, Anklang finden und zwar nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten. Denn die PKK ist mit allen Ablegern gemeinsam eine Terrororganisation und steht überall im Visier der Türkei. Mit den jüngsten Operationen hat die Türkei allen Ländern eine Botschaft gegeben, die die Warnungen, Aussagen und Bedenken ignoriert haben.

          Die Türkei hat bis zur Operation Schutzschild Euphrat leider auf bittere Weise erfahren, dass die Sicherheitsbedrohungen an der irakischen und syrischen Grenze nicht nur mit Diplomatie aufgehoben werden können. Die grenzüberschreitende Operation hat gezeigt, dass die Türkei ihren Kampf gegen die PKK-Bedrohung an den Grenzen fortsetzen wird, auch wenn sie im Stich gelassen werden sollte.

          Diesbezüglich hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in einer Rede gesagt: „Diejenigen, die mit ihrer Unterstützung für Terrororganisationen in Syrien eindeutig ihre Feindschaft gegen die Türkei darlegen, müssen wissen, die Türkei wird egal um welchen Preis, an ihren Grenzen keine Terrororganisationen dulden. Diejenigen, die glauben, mit Terroristen, die sie als Söldner nutzen, die Türkei in die Knie zwingen zu können, werden bald sehen, wie falsch sie liegen. Wir können eines Nachts kommen“. Aus diesen Worten von Staatspräsident Erdogan entnehmen wir, dass die Türkei den Kampf gegen den Terror mit Entschlossenheit fortsetzen wird. Deshalb war die Operation Schutzschild Euphrat nicht das Schlusswort der Türkei in der Region, sondern erst die Einleitung.



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