Aus der Wirtschaftswelt (2017-14)

Aus der Wirtschaftswelt (2017-14)

Aus der Wirtschaftswelt (2017-14)

Der Prozess des Austritts Großbritanniens aus der EU, der bei dem Referendum am 23, Juni 2016 mit 52 Prozent angenommen wurde, hat mit der schriftlichen Austrittserklärung der britischen Premierministerin Theresa May offiziell begonnen. Großbritannien hatte es sich auch vor 60 Jahren schwer getan, der EU beizutreten. Nach einem langen Zögern trat das Land im Jahre 1973 der Union offiziell bei. Es kann jedoch nicht gesagt werden, dass die Diskussionen für einen Austritt zum ersten Mal stattgefunden haben; auch zuvor hatten die Briten des Öfteren hinterfragt, ob die EU für sie nützlich ist. Gegenwärtig ist das Land, was den Brexit anbelangt, geteilter Meinung. Während vorher viele Briten den Austritt befürworteten und der Meinung waren, dass es für sie gut sein wird, haben die Schotten mit einem Nein bei Referendum am 23. Juni dargelegt, dass sie anderer Meinung sind. Ihnen wäre es lieber sich von Großbritannien zu trennen und weiterhin in der EU zu bleiben.

Entgegen der Meinung der Briten, dass die Union für sie eine Last ist und sie diese Last nicht mehr lange auf sich nehmen wollen, sind die Schotten der Ansicht, dass die EU für sie notwendig ist und bei einem Brexit sie im Nachteil sein werden. In Anbetracht dessen, dass die EU neben einer politischen Gemeinschaft auch eine wirtschaftliche ist, wird auch die finanzielle Dimension eines Austritts sichtbar. Nach Berechnungen der britischen Regierung wird die „Scheidung“ für sie etwa 60 Milliarden Dollar kosten, was für heftige Kritik gesorgt hat. Wie man das bewerkstelligen wird und welche Schäden das auf die Wirtschaft mittragen wird, sei dahingestellt. Die EU-Funktionäre weisen darauf hin, dass die EU sich für die Finanzierungen von Investitionen in den weniger entwickelten Ländern verpflichtet hat und diese Verpflichtung trotz des Austritts für die Briten weiterhin bestehen bleiben wird. Die britische Regierung, die bei einem Austritt Andeutungen darauf machte, durch den Brexit keine finanzielle Verantwortung auf sich nehmen zu wollen, ist sie dadurch in die Kritik seitens der anderen EU-Mitglieder geraten.

Eventuelle Wirkungen von Brexit auf die Türkei

Es ist ganz offensichtlich, dass der Brexit neben der EU auch im globalen System seine Wirkungen zeigen wird.

Wenn auch London sich nicht in der sogenannten Eurozone befindet, wahrte die Stadt lange Jahre seine Lage, das größte Finanzzentrum von Europa zu sein. Die mit der Euro-Krise im Jahre 2008 begonnene Wirtschaftskrise hat die Wirtschaft der EU zunehmend geschwächt und dazu  geführt, dass das Wachstum der Union auf globaler Ebene zurückgegangen ist. Darüber hinaus sind die Mitgliedsstaaten nicht mehr auf den oberen Plätzen der Liste der wichtigsten Wirtschaften der Welt. Da bieten sich  für Länder wie die Türkei neue Chancen an. Die Türkei, die mit den seit 2002 erzielten Wachstumszahlen sowohl in ihrer Region als auch in der Welt glänzt, ist von anderen aufstrebenden Ländern  zum Vorbild genommen worden. Nachdem in Europa zurückgehende Wachstumszahlen verzeichnet werden und London zunehmend an Bedeutung verliert, rückt alternativ dazu Istanbul in den Vordergrund. Istanbul besitzt das Potential eines Finanzzentrums. Da Paris und Frankfurt wegen den Streitigkeiten innerhalb der EU in den Hintergrund geraten sind, wird Istanbul an Bedeutung gewinnen.  Dass Großbritannien wegen dem Austritt  der Kritik der anderen EU-Mitglieder ausgesetzt ist und die  Handelsbeziehungen zur EU zerrüttet sind, kam aus London die Erklärung für den Ausbau der Zusammenarbeit mit der Türkei, was die Bedeutung der Türkei noch einmal offen darlegt. 



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