Aus der Wirtschaftswelt (2017-10)

Aus der Wirtschaftswelt (2017-10)

Aus der Wirtschaftswelt (2017-10)

Das Turkish-Stream-Projekt, das das russische Gas unter dem Schwarzen Meer nach Europa leiten wird, ist erstmals beim Türkei-Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Dezember 2014 erörtert worden. Wegen der Krise mit Russland wurde dieses Projekt für eine Zeitlang auf Eis gelegt. Beide Länder einigten sich im Jahre 2016 für den Bau der Gaspipeline. Doch über den Bau der zweiten Pipeline, die das Gas in die europäischen Staaten leiten wird, konnte keine Einigung erzielt werden. Die Schließung der West-Pipeline im Jahre 2019 hat Russland die Gelegenheit geboten, sein Gas durch die  Turkish-Stream zu pumpen. Durch die West-Pipeline fließt jährlich 14 Milliarden Kubikmeter Gas. Es ist vorgesehen, mit dem Bau des russisch-türkischen Teils der Pipeline im Jahre 2018 zu beginnen. Russland zielt mit diesem Projekt darauf ab, der Türkei 15,75 und im Falle einer Einigung, an die südosteuropäischen Länder über die Türkei 15,75  Milliarden Kubikmeter Gas zu verkaufen.

Es wird erwartet, dass das Projekt “Turkish-Stream” für die Länder in der Region, Russland, Türkei und den europäischen Staaten wichtige Vorteile verschafft. Aus der europäischen Perspektive betrachtet, sehen wir, dass die Lage ein wenig chaotisch ist. Während die EU einerseits beim Gasimport die Abhängigkeit an Russland verringern will, ist sie auf der anderen Seite auf der Suche nach Alternativen um den steigenden Energiebedarf zu decken. Jedoch ist es gewiss, dass kurz- und mittelfristig die Investitionen für alternative Quellen dem steigenden Gasbedarf nicht gerecht sein werden können. Bekanntlich liefert Russland das Gas nach Europa über die West-Line und Nordstream 1. Wenn wir bedenken, dass im Jahre 2019 durch die West-Line kein Gas mehr fließen wird, ist es ganz offensichtlich, dass Europa an die Turkish-Stream angewiesen sein wird. Wenn auch die Investitionen an LNG den Weg zum Import von erneuerbarer Energie und dem Gas aus unterschiedlichen Ländern geebnet haben,  wird aus den Projektionen internationaler Energieunternehmen deutlich, dass der Gaskonsum weiter steigt.

Auf der anderen Seite ist die russische Wirtschaft, die den Embargos der EU und den USA ausgesetzt ist, weiterhin im Abwärtstrend. Die russische Regierung möchte, um nicht den größten Gasmarkt Europa zu verlieren, eine Einigung auch über den europäischen Teil der Turkish-Stream.

In diesem Zusammenhang kann davon ausgegangen werden, dass das im globalen Energiemarkt von kritischer Bedeutung stehende Projekt Turkish-Stream die anhaltende Spannung zwischen Russland und der Türkei abbauen kann. Die Macht der Energiestaaten bei der Gestaltung ihrer Außenpolitik wird mit diesem Projekt noch einmal zum Vorschein treten. Die Türkei ist einer der großen Nutznießer des Turkish-Stream-Projektes und möchte hierbei ihre geographischen Vorteile in Anspruch nehmen.  Dass die Türkei zwischen dem Osten mit reichen natürlichen Ressourcen und dem Westen mit hoher Nachfrage an diesen Ressourcen eine natürliche Brücke bildet, bietet der Türkei die große Chance, ein zuverlässiges Land und im Energiehandel ein Zentrum sein. Die mit dem Projekt Turkish Stream im Energiehandel als ein zuverlässiges Land bezeichnete Türkei hat den großen Vorteil, beim Angebot und der Nachfrage des Gases, sowohl ihre eigene Sicherheit als auch die Sicherheit von anderen Ländern zu gewährleisten.  Die Türkei möchte nicht wie die Ukraine entlang der Energieroute nur als eine Brücke fungieren. Vielmehr möchte sie dass das Gas verlagern und exportieren.  Durch Nutzung dieses Vorteils ist die Türkei zum Anziehungspunkt für viele Energieinvestoren geworden. In diesem Zusammenhang hat die Türkei den Weg für neue Energieprojekte geebnet.

 

 

 



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