Türkei-Agenda (2017-06)

Die türkische "Win-Win-Politik" in Afrika.

Türkei-Agenda (2017-06)

Anstatt neue Beziehungen zwischen Abhängigkeit, Vormundschaft und Ausbeutung zu schaffen, wie es die Kolonialmächte taten, führt die Türkei eine "Win-Win-Politik" in Afrika durch, die eine Politik der gegenseitigen Ermächtigung ist und auf Gleichheit, Transparenz und Nachhaltigkeit beruht.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat am 24. und 25. Januar die drei ostafrikanischen Länder Tansania, Mosambik und Madagaskar besucht. Der Besuch, bildet ein Teil der in 2005 begonnenen türkischen Öffnungspolitik in Afrika". Ziel dabei ist es, die Beziehungen der Türkei zum afrikanischen Kontinent zu erweitern und zu vertiefen. 

Erdoğan stattete in den letzten zehn Jahren zuerst als Ministerpräsident und später als Staatspräsident mehr als 30 Besuche in 23 afrikanischen Länder ab,  was eine Rekordzahl für einen Staats- und Regierungschef aus dem nichtafrikanischen Raum ist. Dies ist ein Hinweis auf die strategischen Perspektiven der Türkei in Afrika, da sie neue bilaterale Beziehungen mit afrikanischen Ländern entwickelt. Die Türkei baute ihre diplomatische Präsenz in Afrika aus. In 2004 verfügte die Türkei in Afrika nur 12 Botschaften. Bis 2016 wurde diese Zahl auf 39 erhöht. Allein in den Jahren 2012 und 2013 hat die Türkei mit rund 800 Millionen Dollar für verschiedene Hilfsprogramme  Afrika beigetragen. 

Die türkische Agentur für Kooperation und Koordinierung TIKA verfügt über 16 Büros in Afrika und betreibt hunderte Projekte rund um den Kontinent. Sie eröffnet Brunnen, baut Kliniken und bildet Landwirte aus. Zehn türkische NGOs und Hilfsorganisationen leisten bedürftigen Menschen in Afrika aktiv Hilfe. Dieser neue Ansatz wird von den afrikanischen Nationen erweitert. Im Jahr 2008 hat die Afrikanische Union die Türkei als strategischen Partner aufgenommen. Der erste Türkei-Afrika- Gipfel wurde im selben Jahr in Istanbul verwirklicht, gefolgt vom nächsten Gipfel in Malabo, Äquatorialguinea in 2014. 

Der dritte Gipfel, wird möglicherweise in 2019 in der Türkei stattfinden. Vor etwa einem Jahrzehnt betrug der gesamte Handel der Türkei mit Afrika weniger als 3 Milliarden Dollar. Heute hat das Handelsvolumen 25 Milliarden Dollar überschritten. Turkish Airlines fliegt bis zu 40 Punkte in mehr als 30 afrikanischen Ländern an - mehr als jede andere internationale Fluggesellschaft weltweit. Mehr als 30 afrikanische Länder haben diplomatische Vertretungen in der Türkei. Über 5.000 Studenten aus afrikanischen Nationen haben in der Türkei mit vollem Stipendium studiert. Diese Zahlen zeigen einen starken und nachhaltigen Trend der Vertiefung der Beziehungen zwischen der Türkei und Afrika. 

Afrika verfügt über reiche natürliche Ressourcen, eine junge und dynamische Bevölkerung und ein riesiges Entwicklungspotenzial. Trotz des unermesslichen Reichtums ist Afrika stark von der Armut betroffen. Die politische Stabilität, die Bekämpfung des Terrorismus, die Beseitigung der Armut und die nachhaltige Entwicklung gehören zu den Hauptprioritäten für viele afrikanische Länder. 

Trotz der Tatsache, dass politische Unruhen und wirtschaftliche Verderbtheit ganz Afrika schaden, sind verschiedene Länder und multinationale Konzerne immer noch bestrebt, die afrikanischen Reichtümer ausbeuten.

Die Türkei verfolgt in Afrika eine "Win-Win-Politik". Anstatt neue Beziehungen zwischen Abhängigkeit, Vormundschaft und Ausbeutung zu schaffen, konzentriert sie sich auf politische Gleichberechtigung und gegenseitige wirtschaftliche Entwicklung. Sie will den afrikanischen Staaten in ihrer rationellen Politik unter dem Motto "afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme" helfen. Zu diesem Zweck führt die Türkei kontinentale Programme durch, um afrikanische Studenten und Beamte in verschiedenen Bereichen auszubilden und Hilfe zu leisten, um die afrikanischen Nationen zu stärken und nicht zu schwächen. 

Seit 2011 führt die Türkei für Somalia weltweite Projekte, um die afrikanische Nation von Hungersnöten, Dürre, extremer Armut und Terrorismus zu befreien.

Mit öffentlichen und privaten Sektoren hat die Türkei über eine Milliarde Dollar an Beihilfen und Investitionen bereitgestellt. Während Somalia noch einen langen Weg in Richtung Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung zu gehen hat, ist es in einer viel besseren Lage als vor sechs Jahren. Die afrikanischen Nationen haben die türkische Win-Win-Politik begrüßt.  Besuche auf hochrangiger Ebene haben in den letzten Jahren zugenommen. Die türkischen Unternehmen betreiben Großprojekte wie das 2.000 Kilometer lange Eisenbahnprojekt in Tansania, der Bau eines erschwinglichen sozialen Wohnungsbaus in Mosambik, der Bau von Kraftwerken in Madagaskar.

Staatspräsident Erdoğan führt persönlich den Weg in diese neue Zeit. Er besucht nicht nur afrikanische Nationen und begrüßt seine Ansprechpartner in der Türkei, sondern ermutigt auch Unternehmen, Universitäten, NGOs, Forschungszentren, Tourismusagenturen und einfache Bürger, sich in bilateralen Beziehungen zu engagieren. Er baut gegenseitiges Vertrauen und Nutzen für alle, so dass alle Fragen offen und transparent behandelt werden können. 

Es ist als Teil dieses Ansatzes, dass die Türkei afrikanische Länder auffordert, die Aktivitäten der Gülenistischen Terrorvereinigung FETÖ, deren Mitgliedern Institutionen in ihren Ländern zu verbieten. Mit dem Prestige und den Fähigkeiten der Türkei hat sich FETÖ in den letzten zwei Jahrzehnten in Dutzenden afrikanischen Staaten eingenistet. 

Nach dem Putschversuch am 15. Juli unternehmen viele afrikanische Länder positive Schritte gegen die FETÖ-Bedrohung. Unsere afrikanischen Brüder und Schwestern sollten jetzt wissen, dass diese Kultgruppe im Rahmen der nationalen Sicherheit nicht nur für die Türkei, sondern auch für sie eine Bedrohung darstellt.

Die türkische Win-Win-Politik in Afrika ist eine Politik der gegenseitigen Ermächtigung auf der Grundlage von Gleichberechtigung, Transparenz und Nachhaltigkeit. Afrikas großes Potenzial für nachhaltige Entwicklung wird erst dann verwirklicht werden, wenn neue Formen der modernen Sklaverei, Ausbeutung und Abhängigkeit beendet werden, anstatt den Afrikanern erlaubt wird, ihr eigenes Potential in einer Weise zu entwickeln, die dem Geist und den Traditionen des afrikanischen Kontinents und des 21. Jahrhundert entsprechen. Die türkische Win-Win-Annäherung an Afrika sollte als ein wichtiger Beitrag zu diesem kostbaren Ziel betrachtet werden.



Nachrichten zum Thema