Kalın fordert UN-Reformen: "Europazentrierte Politik muss der Vergangenheit angehören"

Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, Ibrahim Kalın, hat umfangreiche Reformen für die UN gefordert.

Kalın fordert UN-Reformen: "Europazentrierte Politik muss der Vergangenheit angehören"

Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, Ibrahim Kalın, hat umfangreiche Reformen für die UN gefordert. Bei seiner Rede auf der “Jährlichen Al-Shark Jugend-Konferenz 2017” bewertete Kalın die Struktur der Vereinten Nationen.

Der Sprecher von Erdoğan sagte, die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates wollen auf ihre Privilegien nicht verzichten. Wenn der UN-Sicherheitsrat weiterhin bestehen bleibe wie bisher, dann sei die UN unfähig ihrer Aufgabe nachzugehen und verliere zunehmend an Bedeutung. Sie sei unfähig bei der Überwindung von Fragen wie die Syrien-Krise und bei nuklearen Themen. Die UN sei nach dem II. Weltkrieg gegründet worden, aber entspreche nicht mehr dem Zeitgeist der Gegenwart. Aus diesem Grund sei eine umfangreiche Reform erforderlich.   

Kalın betonte, dass die Welt größer ist als fünf Länder. Die Welt könne nicht aus den Augen von fünf Mitgliedsländern betrachtet werden. Es sei bei weitem mehr erforderlich als eine Erhöhung der Mitgliedsländer im Weltsicherheitsrat. Sie müssten das Verständnis über die Kultur, Politik und Wirtschaft ändern. Eine europazentrierte Politik müsse der Vergangenheit angehören. Denn sie würden weiterhin im Schatten eines europazentrierten Verständnisses ihre Existenz fortsetzen. In der islamischen Welt sei das ebenfalls der Fall.

Zum Standpunkt der Europäer zur Flüchtlingskrise sagte der Sprecher, Europa, als Wiege der Aufklärung und Zivilisation, habe Millionen Flüchtlingen den Rücken zugekehrt. Kalın sagte zur EU-Auffassung „Solange die Flüchtlinge nicht vor unserer Tür anklopfen, geht uns das Problem nichts an“ und wies darauf hin, dass das Flüchtlingsabkommen zwischen der Türkei und der EU in 2015 nicht eingehalten wurde.     

Die Türkei habe im Alleingang drei Millionen Flüchtlinge aufgenommen und sei darum bemüht ihren Versprechen gerecht zu werden. Kalın fragte, wo die Länder geblieben seien, die angeblich den Humanismus und die Multikulturalität vertreten. Das seien schöne Begriffe, aber sie würden nicht umgesetzt werden, so Kalın.  



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