Lewandowskis WM-Debüt misslingt: Polen patzt gegen Senegal

Polens WM-Hoffnungen haben einen schweren Dämpfer bekommen. Zum Auftakt verliert das Team gegen Senegal. Topstar Robert Lewandowski kann bei seiner WM-Premiere keine Eigenwerbung betreiben.

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Von Stefan Tabeling, Florian Lütticke und Christian Hollmann, dpa

 

Moskau (dpa) - Auch ein Küsschen seiner Frau Anna konnte Robert Lewandowski nicht trösten. Der Torjäger des FC Bayern München trottete nach Polens kapitalem Fehlstart in die Fußball-WM restlos enttäuscht vom Platz und schüttelte immer wieder fassungslos den Kopf. Mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierten die rund 15 000 polnischen Fans am Dienstag in Moskau das verdiente 1:2 (0:1) gegen die Auswahl Senegals. Damit ist das erstmalige Erreichen des Achtelfinals seit 1986 für den Favoriten der Gruppe H in weite Ferne gerückt.

Die «Löwen von Teranga» um Liverpools Topstar Sadio Mané feierten dagegen 16 Jahre nach ihrer ersten Endrunden-Teilnahme mit wilden Tänzen ihr tolles WM-Comeback. Auch Staatschef Macky Sall gab sich auf der Tribüne nach dem ersten Sieg einer afrikanischen Mannschaft im fünften Auftritt bei dieser WM ganz dem Freudentaumel hin. «Ganz Afrika unterstützt uns. Sie sind stolz auf uns und wir sind stolz», sagte Trainer Aliou Cisse. «Wir haben ein großartiges Spiel gemacht. Wir verdienen das Glück», sagte der zum besten Spieler der Partie gewählte M'Baye Niang.

Ein Eigentor des Polen Thiago Cionek, der einen Schuss von Idrissa Gana Gueye abfälschte (37.), brachte die Senegalesen in einer mäßigen Partie vor 44 190 Zuschauern in Führung. Niang nutzte dann in der 60. Minute einen schweren Abwehrpatzer zum 2:0, als er einen fatalen Rückpass von Grzegorz Krychowiak am herausstürzenden Torwart Wojciech Szczesny vorbei spitzelte und ins leere Tor traf. Krychowiaks Anschlusstor per Kopf (86.) kam zu spät. «Wir müssen unsere Schlüsse daraus ziehen und analysieren. Ich bin überzeugt, dass Polen wieder zurückkommt», sagte Trainer Adam Nawalka.

Völlig enttäuschend verlief der Nachmittag im Spartak-Stadion für Polens Hoffnungsträger Lewandowski. Der Bayern-Stürmer konnte bei seiner WM-Premiere viel zu selten seine Klasse zeigen, hatte bis auf einen Freistoß (50.) keine Torchance und konnte so keine Werbung für den angestrebten Wechsel im Sommer machen. Ein «Albtraum» sei das Spiel gewesen, bilanzierte das Sportportal «Fakty Sportowe».

Die Polen taten sich von Beginn an schwer gegen die robusten Afrikaner, die auf ein aggressives Pressing an der Mittellinie und schnelle Konter setzten. Nach ziemlich eintönigen 36 Minuten hatte diese Taktik Erfolg. Dortmunds Lukasz Piszczek verlor einen Zweikampf gegen Niang, über Mané kam der Ball zum freien Gueye. Dessen nicht wirklich gefährlichen Schuss lenkte Innenverteidiger Cionek unhaltbar an Keeper Szczesny vorbei.

Dabei hatten Lewandowski und seine Kollegen mit einer starken Qualifikation die Hoffnungen in der Heimat genährt, dass bei der insgesamt achten WM-Teilnahme Großes gelingen könnte. Doch auch erfahrenen Leistungsträgern wie dem Wolfsburger Jakub Blaszczykowski, der mit seinem 100. Länderspiel den legendären Stürmer Grzegorz Lato einholte, fiel lange nichts ein. Zur Pause musste Blaszczykowski seinen Platz für Jan Bednarek räumen.

Auch nach dem Seitenwechsel wurde es für die Polen nicht besser. Nach einer Stunde folgte der zweite Schock durch Niangs Tor. Auch danach fanden die Polen kaum ein Mittel. Erst zum Ende wurde es durch Krychowiaks Tor nach einem Freistoß noch einmal spannend, aber es reichte nicht mehr zum Remis. Gegen Kolumbien, das zuvor 1:2 gegen Japan verlor, stehen Lewandowski und seine Kollegen am Sonntag in Kasan nun schon gewaltig unter Druck.



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