An der Börse richten sich alle Blicke auf die Brexit-Abstimmung

Die Brexit-Abstimmung im britischen Parlament stellt die jüngste Erholung am deutschen Aktienmarkt auf eine harte Probe.

An der Börse richten sich alle Blicke auf die Brexit-Abstimmung

Frankfurt/Main (dpa) - Die Brexit-Abstimmung im britischen Parlament stellt die jüngste Erholung am deutschen Aktienmarkt auf eine harte Probe. Am Dienstag sollen die britischen Abgeordneten über das mit der Europäischen Union (EU) ausgehandelte Austrittsabkommen von Premierministerin Theresa May abstimmen - Ausgang ungewiss. Insofern könnte der hiesige Leitindex Dax in der neuen Woche - je nach Abstimmungsergebnis - wieder heftigen Schwankungen unterliegen.

Am Freitag schloss der Dax 0,31 Prozent tiefer bei 10 887,46 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich gleichwohl ein Plus von 1,11 Prozent. Der MDax, der Index der mittelgroßen Unternehmen, gab am Freitag um 0,18 Prozent auf 22 669,27 Punkte nach.

Angesichts weiter bestehender Unsicherheiten rechnen die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg damit, dass der Aktienmarkt weiter deutlich schwanken könnte. Rund um Brexit, US-Handelsstreit und Geldpolitik der Notenbanken seien aber auch positive Überraschungen nicht ausgeschlossen.

Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, ist allerdings skeptisch und hält die gegenwärtige Erholung an den Börsen für ein vorübergehendes Phänomen: «Die schwächeren Konjunkturdaten und damit Gewinntrends der Unternehmen werden die Aktienmärkte vermutlich weiterhin belasten.»

Weitere Hinweise auf die konjunkturelle Lage könnten indes am Dienstag die Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr liefern. Am Mittwoch stehen die US-Einzelhandelsumsätze für Dezember auf der Agenda.

Zudem melden sich in Deutschland die ersten Unternehmen mit Geschäftszahlen zu Wort. Den Anfang macht der Automobilzulieferer und Reifenhersteller Continental am Montag. Der Handelskonzern Metro präsentiert am Donnerstag seinen Zwischenbericht, außerdem legt der Konsumgüterkonzern Beiersdorf die Umsatzzahlen für 2018 vor.

Ferner sind auch Bankaktien einen Blick wert. Denn in der neuen Woche öffnen große US-Finanzinstitute wie die Citigroup, JPMorgan oder Goldman Sachs ihre Bücher. Anleger erhoffen sich davon Rückschlüsse auf die Geschäftsentwicklung der heimischen Häuser.


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