Viele Fragen im NSU-Prozess

Kommentare in den deutschen Medien zum NSU-Prozess.

Viele Fragen im NSU-Prozess

Die deutschen Medien haben dem Urteil des bayerischen Oberlandesgerichts im NSU-Prozess breiten Platz eingeräumt.

Die Frankfurter Rundschau schreibt unter der Schlagzeile, „Das war nicht alles“, das Urteil über die Hauptangeklagte Beate Zschäpe und vier weitere Mitangeklagten habe nicht ausgereicht, um das wahre Gesicht der National Sozialistischen Untergrundorganisation, NSU aufzudecken.

Wenn das Revisionsgericht das Urteil bestätigt, werde das Thema nur für Beate Zschäpe und die Mitangeklagten abgeschlossen sein, aber zahlreiche Fragen würden offen bleiben.

„Die Welt“ berichtet unter dem Titel, „Keine Mittäterin sondern Haupttäterin“, das Urteil im NSU-Prozess sei nach fünf Jahren gefallen. Beate Zschäpe sei wegen ihrer schweren Verbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der zu einem politischen Mittel gemachte Prozess sei nun beendet worden.

In einer weiteren Nachricht der Zeitung heißt es, Beate Zschäpe habe kein schweres Urteil erwartet. Zschäpe werde möglicherweise lange Zeit im Gefängnis absitzen müssen. Die anderen Angeklagten seien mit leichten Strafen davongekommen. Die Schmerzen der Opferfamilien würden aber weiter anhalten.

In einem Kommentar heißt es, mit der Prozess sei der Fall nicht voll aufgedeckt worden. Die Rolle des Bundesnachrichtendiensts und des Verfassungsschutzes sei nicht ermittelt worden und das Ergebnis des Prozesses sei unzureichend.

„Die Tageszeitung“ räumt auf der Titelseite unter der Schlagzeile „Unsicherheit bleibt“, den Fotos der NSU-Opfer Platz ein.  

Die „Bild Zeitung“ schreibt, dass die Hauptangeklagte Beate Zschäpe 30 Jahre absitzen müsse. Sie werde in ein anderes Gefängnis gebracht und müsse dort in einer Bäckerei oder Schneiderei arbeiten müssen.

Die Tageszeitung stellt unter dem Titel, „Im Namen des Volkes“, die lebenslängliche Strafe der Hauptangeklagten Beate Zschäpe im NSU-Prozess in den Vordergrund.

Sie sei wegen der Ermordung von zehn Personen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Prozess sei zwar abgeschlossen, aber der Verdacht an zahlreichen Personen sei immer noch vorhanden.

Wie die Süddeutsche Zeitung meldet, habe Beate Zschäpe die Höchststrafe erhalten.

Richter des seit über fünf Jahren anhaltenden Prozesses sei Manfred Götzl gewesen. Die von NSU begangenen Morde hätten die in Deutschland lebenden Ausländer verunsichert. Der Fall habe außerdem den Eindruck erweckt, dass diese Menschen sich ungeschützt fühlen.  

Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen hätten erklärt, dass sie sich trotz des Urteils weiter dafür einsetzen würden, damit die dunklen Seiten des Prozess aufgedeckt werden.



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