Deutsch-türkische Beziehungen

Interview von Ministerpräsident Yıldırım für ARD.

Deutsch-türkische Beziehungen

Nach Angaben von Ministerpräsident Binali Yıldırım ist die Zeit gekommen, eine neue Seite in den deutsch-türkischen Beziehungen aufzuschlagen. Yıldırım, der zu offiziellen Kontakten nach Deutschland reisen wird, gab für ARD ein Interview.

Der Ministerpräsident werde am heutigen Donnerstag in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammenkommen. Bei dem Gespräch würden Themen erörtert, die auf der Agenda beider Länder stehen. Seinen Angaben zufolge müssten die Beziehungen zwischen beiden Ländern ausgebaut werden.

„Es ist an der Zeit, eine neue Seite aufzuschlagen. Das ist meine Meinung. Ich stelle mich darauf ein, mit Bundeskanzlerin Merkel offen über jedes Thema zu sprechen. Wir sagen, Deutschland ist das Rückgrat von Europa. In diesem Zusammenhang sind die Beziehungen der Europäischen Union und Deutschlands zur Türkei nicht nur für die EU, sondern auch für die vier Millionen türkischstämmigen Bürger von großer Bedeutung. Lasst uns eine neue Seite aufschlagen, die Vergangenheit vergessen, in die Zukunft blicken und die Beziehungen weiter ausbauen“, sagte Yıldırım.

In dem Interview sprach der Ministerpräsident auch die Operation „Olivenzweig“ der türkischen Streitkräfte auf Afrin an. Ziel der am 20. Januar eingeleiteten Operation sei nur die Ausschaltung der Mitglieder der Terrororganisationen PKK/KCK/PYD-YPG und DEASH, die Befreiung des befreundeten und brüderlichen Volkes von Grausamkeiten der Terroristen sowie die Verhinderung von Raketen- und Mörserangriffen vom syrischen Territorium aus auf die Türkei.  

Im Zusammenhang mit der Fortsetzung von militärischen Hilfen an die Terrororganisation PYD/YPG betonte Yıldırım, „wir drohen den USA nicht. Wir sagen, dass die USA Nato-Mitglied sind. Das gleiche gilt für die Türkei und für Deutschland. Die USA haben sich für einen Krieg gegen die Terrormiliz DEASH entschieden. Wir sagen, arbeitet nicht mit Terrororganisationen zusammen, die Terroraktivitäten gegen die Türkei führen, die die Grenzen der Nato beschützt. Das passt nicht zur Partnerschaft, das passt nicht zu einem großen Staat.“

Die Operation Olivenzweig in Syrien sei kein Krieg. Ein Krieg könne zwischen zwei Ländern geführt werden. Aber in Syrien sei kein Staat vorhanden. In Syrien würden sich Truppen aus 62 verschiedenen Nationen befinden. Aus diesem Grund dürfe das nicht verwechselt werden, sagte Ministerpräsident Yıldırım im Interview gegenüber ARD.



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