Serbischer Präsident für Gabriel als Minister in neuer Regierung

Was bei einer großen Koalition aus Außenminister Gabriel wird, ist noch unklar. Aus der SPD erhält er viel Gegenwind. Bei einem Besuch in Serbien bekommt er dagegen unverhoffte Unterstützung.

Serbischer Präsident für Gabriel als Minister in neuer Regierung

Belgrad (dpa) - Der serbische Präsident Aleksandar Vucic wünscht sich, dass Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) auch einer neuen Bundesregierung angehört. «Ich würde es gerne sehen, wenn er an einer guten, einer wichtigen Stelle der deutschen Regierung bleiben würde», sagte Vucic am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gabriel in Belgrad. «Ich glaube, das wäre für das deutsche Volk richtig und gut.» Er schätze Gabriel «wirklich sehr».

Solche Äußerungen sind in der internationalen Politik eher unüblich. Man hält sich normalerweise zur Regierungsbildung in anderen Ländern bedeckt. Vucic hält von solchen Gepflogenheiten allerdings nichts: «Ich bin nicht sehr angetan vom diplomatischen Protokoll und deswegen sage ich ganz ehrlich, was ich meine und denke.»

Gabriel wich dagegen der Frage eines Journalisten aus, ob er Außenminister bleiben wolle. Zu der Unterstützung Vucics sagte er lediglich: «Ich danke für die freundlichen Worte und hoffe, dass Sie sie in Deutschland nicht senden.»

Gabriel hatte in der Vergangenheit mehrfach gesagt, dass er gerne Außenminister bleiben würde - auch noch während der Koalitionsverhandlungen mit der SPD. In der SPD hat er aber nur wenig Unterstützung. Eine Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. Die SPD-Führung will zunächst die Entscheidung der Parteimitglieder über den Koalitionsvertrag abwarten.

Vucic befürwortete auch, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel im Amt bleibt. «Wir haben den Wunsch gehabt, dass sie die neue Regierung wieder einrichtet, ganz davon abgesehen, dass sie des Öfteren auch sehr streng gegenüber Serbien war», sagte der serbische Präsident.

Anlass der Reise Gabriels ist die neue Westbalkanstrategie der Europäischen Union, die in der vergangenen Woche von der EU-Kommission vorgestellt wurde. Am Donnerstag wollen die EU-Außenminister in Sofia darüber beraten. Nach der neuen Strategie sollen Staaten wie Serbien und Montenegro bei zügigen Reformfortschritten bis 2025 in die EU aufgenommen werden können.

 



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