Die Katalonien-Krise

Spanisches Kabinett will Maßnahmen beschließen.

Die Katalonien-Krise

Madrid (dpa) - Die spanische Regierung will am Samstag (10.00 Uhr) konkrete Maßnahmen beschließen, um die Pläne der katalanischen Führung für einen eigenen Staat zu stoppen. Dazu kommt das Kabinett unter Führung von Ministerpräsident Mariano Rajoy zusammen. Rechtliche Grundlage der Maßnahmen ist Artikel 155 der spanischen Verfassung. Die bisher noch nie angewandte Regelung ermächtigt die Zentralregierung, «die notwendigen Mittel zu ergreifen», um eine autonome Region zur Erfüllung ihrer rechtlichen Pflichten zu zwingen.

Dazu könnte auch eine Auflösung der katalanischen Regionalregierung von Carles Puigdemont gehören. Zuletzt zeichnete sich aber eine Neuwahl des Regionalparlaments in Barcelona ab. Politiker der sozialdemokratischen PSOE und der liberalen Partei Ciudadanos nannten bereits einen möglichen Wahltermin im Januar. Rajoy sagte, er werde bei der Wahl der notwendigen Schritte eng mit diesen Parteien zusammenwirken.

Die Maßnahmen müssen vom Senat gebilligt werden, wo Rajoys konservative Volkspartei (PP) die Mehrheit hat. Die zweite Parlamentskammer wird voraussichtlich am Freitag nächster Woche zu einem Sondertreffen zusammenkommen, um über die Maßnahmen abzustimmen.

Die Befürworter einer katalanischen Unabhängigkeit wollen am Samstag (17.00 Uhr) zu einer Demonstration in Barcelona zusammenkommen. Dazu aufgerufen hat der Dachverband Taula per la Democràcia, dem auch Gewerkschaften angehören.



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